Immer jüngere Betroffene

Herzinfarkt. Bei diesem Wort kann man erschrecken. Weil erschreckend viele Menschen betroffen sind und leider immer mehr jüngere. So berichtet die NZZ online am 4. August 2011 über den Herzinfarkt des viel zu jung verstorbenen japanischen Fussballstars Naoki Matsuda. Kurze 34 Jahre alt ist er geworden (© NZZ.ch). Auch Francesco Quinn, Sohn des berühmten Schauspielers Anthony Quinn, starb im Alter von 48 Jahren an einem Herzinfarkt. TV Moderater Ruedi Josuran hatte mehr Glück. Sein Herzinfarkt verlief glimpflicher.

Auf der Suche nach dem Mittelmass

Früher hiess es, regelmässige Bewegung beuge einem schnellen Herztod vor. Doch inzwischen häufen sich Meldungen, dass auch sportliche Menschen betroffen sind. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns entweder zu wenig oder zu viel bewegen und das gesunde Mittelmass nicht mehr finden. Vielleicht muten wir uns ganz einfach zu viel Stress zu, stecken die Ziele immer höher und gönnen uns zu wenig Ruhezeiten. Die Ziele werden nur denen der Wirtschaft und der persönlichen Bestätigung, nicht aber den natürlichen Grenzen des Körpers angepasst.

Anpassen des Lebensstils

Grundsätzlich sollte man den eigenen Lebensstil gelegentlich kritisch unter die Lupe nehmen.

Genauer hinsehen:

Sich mehr zu bewegen fordert am Anfang etwas Überwindung, bringt mittelfristig aber eine klar bessere Lebensqualität!

Klassische Tipps für die Einschränkung eines Herzinfarkts sind auch noch: auf das Rauchen verzichten und die Ernährung auf salz- und fettarmes Essen umstellen, Wurstwaren, Speck, Käse, Butter, Rahm (also alles, was gut ist …) sollte zurückhaltend gegessen werden. Dafür kann man das wenige umso mehr geniessen.

Wider dem Stress = wider dem Herzinfarkt

Einer der grössten Förderungen für einen Herzinfarkt ist die so genannte «Kostenoptimierung». Einfach übersetzt: Mit weniger Mitarbeitern mehr Gewinn machen. UBS-Chef Oswald Grübel schreibt in einem Memo an die Mitarbeiter:

«Wir haben bei UBS in den letzten Jahren sehr viel erreicht. (…) Gleichzeitig müssen wir uns aber entsprechend den künftigen Ertragsmöglichkeiten verhalten und laufend effizienter werden.» (© Tagesanzeiger.ch). Grund des Schreibens: Grübel will bis Ende 2013 konzernweit 3500 Stellen streichen.

Eine Schuldzuweisung ändert den eigenen Lebensstil nicht

Unverschuldete Entlassungen sind doch harte Schicksalsschläge und fördern Krankheiten wie den gefürchteten Herzinfarkt. Eine Schuldzuweisung an Konzerne und Firmen wie die UBS ist dennoch nicht angebracht. Es wäre zwar eine einfache Lösung, würde an den Zielen einer Bank wie der UBS nichts ändern.

Genauer hinsehen:

Besser ist es, dort anzusetzen, wo man Einfluss nehmen kann: bei sich selbst.

Ein ausgewogenes Leben mit realistischen Zielen, ein funktionierendes soziales Umfeld mit einem entsprechend wichtigen Stellenwert und dergleichen mehr. All dies lässt sich durch den totalen Einsatz für einen Gewinn nicht ersetzen. Mag sein, dass man weniger Geld hat, doch es bleibt einem wenigstens auch Zeit, es auszugeben …

 

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

 

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Präventiv verhindern

Die Anforderungen in der Wirtschaft, Familie und Beruf nehmen stetig zu. Wer nicht konsequent eine ausgewogene Work-Life-Balance lebt, läuft in Gefahr an einem Burnout zu erkranken. Oft sind es ehrgeizige Menschen, die oft ihre Überforderung zu spät bemerken oder es nur ungern zugeben wollen.

Mögliche Burnout–Symptome beachten

Burnout ist anfangs unscheinbar und ein schleichender Prozess. Für den nervlichen Zusammenbruch braucht es oft nur noch wenige Reize. Das frühzeitige Erkennen der entsprechenden Symptomatik, spezielle Risikofaktoren und das Entwickeln von persönlichen Behandlungskonzepten, helfen ein Burnout zu verhindern.

Mögliche Warnsignale in Stichworten:

  • Versagergefühle
  • Erschöpfungszustand
  • dauernde Lustlosigkeit, Gereiztheit
  • permanente Müdigkeit, zunehmende Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • innere Leere, Gleichgültigkeit, Apathie, fehlende Motivation

Mögliche Präventivmassnahmen:

  • Sich Zeit nehmen und sich entsprechend ausruhen.
  • Lernen, von der Arbeit bewusst abzuschalten.
  • Sport, Musik, Unterhaltung, Wellness, Hobbys – alles was das Leben abwechslungsreich macht und zur Entspannung dient, neu entdecken.

Der Tag, an dem die Zeit still steht

Wer unter Dauerstress steht, hat Mühe von den Anforderungen abzuschalten. Die dauerhafte Erreichbarkeit signalisiert: «Ich bin wichtig und unersetzlich.» Dies ist jedoch ein fataler Irrtum. Es geht darum, dass jeder Mitarbeiter bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und der betriebliche Ablauf auch funktioniert, wenn Verantwortungsträger mal nicht da sind. Ein Team definiert sich über das Miteinander und nicht über gegenseitige Abhängigkeiten, die als Machtinstrument missbraucht werden. Leistungsträger brauchen darum Mut, anderen zu vertrauen, Verantwortung zu übergeben.

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Sie können dies einüben, in dem sie Tage einzuführen, an denen sie bewusst nicht erreichbar sind.

Sich die nötige Entspannung gönnen – Tage, «an denen die Zeit für sie still steht». Ist der Vorgesetzte mal längere Zeit weg, kann er sich entspannen, weil er einen Mitarbeiterstab im Hintergrund weiss, der auch ohne ihn den «Laden schmeisst» …

Entscheidend wichtig ist, dass allfällige Burnout-Symptome sehr ernst genommen werden. Zudem empfiehlt sich, auf jeden Fall bei ersten Symptomen eine Fachperson beizuziehen.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

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