Haben Sie sich fürs neue Jahr auch vorgenommen, mehr Sport zu machen, abzunehmen, gesünder zu essen? Es ist ziemlich schwierig mit alten Gepflogenheiten zu brechen, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Althergebrachte Muster abzulegen, ist einfacher gesagt als getan. Die gewohnten Verhaltensweisen sind meist so fest in unser Leben und unseren Alltag integriert, dass sie schwer zu ändern sind. Selbst wenn der Wille gross ist, scheitern wir oft an unseren Vorsätzen und schaffen es nicht, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Wir brauchen Herausforderungen. Sie gehören zu unserem Menschsein, zu unserer Persönlichkeitsentwicklung. Besonders, wenn wir sie überwinden und daran wachsen können. In unserer Leistungsgesellschaft geht es aber oft um immer mehr Leistung in immer kürzerer Zeit. Um immer mehr Möglichkeiten, die sich laufend weiterentwickeln. Immer mehr berufliche Präsenzzeit, auch in unserer Freizeit. Wer zu fest gefordert ist, ist überfordert! Deshalb braucht unser Körper unterstützende Hilfe. Zum Beispiel mit Vitamin B Präbaraten.

Beruf und Privatleben: «Geschwister» im Kampf um Aufmerksamkeit

Darf ich vorstellen: Familie Work Life Balance. Sie besteht aus Vater Persönlichkeitsentwickler, Mutter Verantwortung und den Geschwistern Beruf und Privatleben. Um letztere geht es in diesem Blog. Unter uns gesagt, sie sind manchmal etwas schwierig. Vor allem, wenn es um Aufmerksamkeit geht. Der leistungsorientierte Beruf und das auf Erholung getrimmte Privatleben. Mutter Verantwortung findet, dass beide voneinander abhängig sind und mehr gemeinsam unternehmen müssten. Vater Persönlichkeitsentwickler findet, Streit gehöre zum Leben. Fördere persönliches Wachstum. Nur streiten sich Beruf und Privatleben manchmal sehr lange und destruktiv miteinander. Wie das Geschwister mit gegensätzlichen Denkhaltungen eben tun. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird von Beruf und Privatleben aktiv betrieben. Schauen wir uns die Zankäpfel genauer an. Verantwortung und Persönlichkeitsentwickler möchten auch mitreden.

Leistungsorientierter Beruf: «Ohne mich ist kein Lebensunterhalt möglich!»

Da hat er recht. Der leistungsorientierte Beruf hilft uns, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. «Ohne mich würde man in der Gasse enden, um es sinnbildlich auszudrücken.» Sie merken, ihm geht es um pure Leistung. «Dafür lebt er» meint Verantwortung. Das ist sein Lebensinhalt. Denn wenn er erfolgreich ist und genügend Einnahmen erzielt, kann sich auch Privatleben besser entwickeln. Was sie nur ungern zugibt. «Manchmal übertreibt der Beruf gewaltig.» findet Persönlichkeitsentwickler. «Etwas Tempo weg, dafür bewusster ran gehen, wäre definitiv besser!» Sonst kommt es zum Kollaps. Wenn er dauernd mehr gibt als nimmt, ist die Batterie schnell leer. Und ganz ehrlich, zu viel von ihm bedeutet auch, dass Privatleben ungenügend zur Geltung kommt. Beruf muss damit leben, dass er früher stirbt. Auch wenn er jetzt in der Schweiz gesetzliche Unterstützung für eine Lebensverlängerung erhalten hat. Beruf leistet im Vorfeld immenses Vorbereitungen und Arbeit und vergisst oft, dass er das nur dank der Hilfe seiner Schwester tun kann …

Erholungsorientiertes Privatleben: «Ohne mich ist keine Leistung möglich!»

Da hat sie recht. Leisten kann nur, wer sich auch wieder genügend erholen kann. Das gilt auch bei einem erhöhten Kaffeegenuss. «Mehr als unser Körper es erlaubt, geht nicht.» (Danke, Mutter Verantwortung). Und genau darum ist die erholungsorientierte Privatleben wichtig. Natürlich kann man sich nichts oder nur wenig von ihr leisten. Privatleben gibt aus, was Beruf eingenommen hat. «Eine muss es ja tun, wenn der Beruf dauernd aktiv ist!» Geld verdienen, ohne die Zeit zu finden, es auszugeben, ist definitiv ein Irrläufer. Privatleben ist stolz darauf, dass sie frei bestimmen kann. Beruf hingegen unterliegt Regeln. Am Ende jedoch kann Privatleben nur gestalten, wenn Beruf seinen Job macht. Leben ohne Beruf schränkt dann doch zu sehr ein. «Eben!» sagt Vater Persönlichkeitsentwickler. «Wir brauchen Herausforderungen und Druck!»

Die Anforderungen

Beruf und Privatleben sollten sich füreinander interessieren und sich gleichzeitig genügend Freiraum lassen. Wie in einer funktionierenden Ehe. Freiraum und gemeinsame Ziele. Das erfordert Empathie und Sozialkompetenz. Gemeinsame Planung. Ein sich bewusst Machen, dass die gemeinsame Ausrichtung oder das Gegeneinander potenziert – sprich Stärken noch stärker und Schwächen noch schwächer macht. Je nach Umgang. Je nach persönlicher Entscheidung. Beide können voneinander profitieren. Wird Geben und Nehmen zu einer sinnvollen Balance, wird der gemeinsame Weg auch zum persönlichen Erfolg … «Das», sagen Verantwortung und Persönlichkeitsentwickler, «haben wir doch schon immer gesagt …»

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

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Grossraum-Büros sind im Trend. Sie sollen helfen, Kosten zu sparen und fordern Mitarbeitern einiges ab.

 

Travail.Suisse hat den neuesten «Barometer Gute Arbeit» präsentiert.

Was ist gute Arbeit? Klar, die Antwort fällt je nach Zielgruppe unterschiedlich aus. So würden Arbeitgeber andere Ziele formulieren als Arbeitnehmer. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat im September 2015 den neuesten repräsentativen «Barometer Gute Arbeit» präsentiert.

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Das Fazit: Stress und Sorge um den Arbeitsplatz belasten die Arbeitnehmenden der Schweiz.

Die Sichtweise der Arbeitgeber

Ein Unternehmen muss Gewinn erwirtschaften. Gelingt dies nicht, geht es Konkurs. Davon haben weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer etwas. Das ist Fact. Die Aufhebung des Mindestkurses für den Euro hat gemäss Barometer von Travail.Suisse den Druck für Mitarbeiter in einigen Branchen wesentlich erhöht. Es wäre vermessen, im heutigen Umfeld einen Arbeitsplatz zu verlangen, der keinen Stress mit sich bringt. Der gehört dazu. Dem ist nichts entgegen zu setzen, ausser, dass der Mensch so auf Dauer nicht funktioniert. Überdruck führt irgendwann zum Knall.

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Diese Grenzen gilt es zu respektieren. Leistung ohne Erholung verliert an Wert.

In meinem Newsletter «Anstubser» vom 8. Juni habe ich darauf verwiesen, dass Industrielle folgende Erfahrung gemacht haben: Die Reduktion der Arbeitszeit von 12 auf 10 Stunden pro Tag erhöhte die Produktivität der Mitarbeiter. Eine weitere Reduktion auf 8 Stunden ergab bei weiteren Tätigkeiten nochmals eine Produktivitätserhöhung (Quelle: Gutachten «Auswirkungen von Freizeit auf Gesundheit und Produktivität, August 2011). Dem sei hinzugefügt, dass jeder Mensch und jede Tätigkeit unterschiedlich ist und unterschiedlich reagiert. Trotzdem – erholte Mitarbeiter leisten mehr und begehen weniger Fehler.

Die Sichtweise der Arbeitnehmer

Die Frage ist, wie viel Stress besteht, wie lange dauert er und welche Unterstützung erhalten Mitarbeiter, um diesen Druck auszuhalten. Statt nur dauernd von Swissness zu reden, wäre der Begriff Fairness für Mitarbeiter angebracht. Für 14 Prozent der rund 1‘500 befragten Erwerbstätigen wurden keine gesundheitsfördernden Massnahmen getroffen. Bei weiteren 29 Prozent wurden die Massnahmen von den Arbeitnehmern als ungenügend beurteilt. Noch schlechter sieht es bei der Weiterbildung aus. Mit 46 Prozent erfahre fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Masse eine Förderung ihrer Weiterbildung. Genau die Aus- und Weiterbildung ist bekanntlich eine wichtige Massnahme, nicht nur im Bereich Kompetenzförderung und Wettbewerbsfähigkeit. Sie hilft Mitarbeitern auch im Falle einer (vielleicht sogar erzwungenen) beruflichen Neuorientierung – dann, wenn es im schlimmsten Fall darum geht, einen neuen Job zu finden.

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Gesundheit ist ein Grundrecht und Weiterbildung ist für Arbeitnehmende ein äusserst wichtiges Kapital.

 

Der andere Ansatz: Coaching aus der Sicht der Individualpsychologie

In meinen Coachinggesprächen äussern Coachees im Angestellten-Verhältnis öfter den Wunsch nach mehr Mitgestaltung. Dazu haben sie in meinen Augen ein Anrecht. Sie sind täglich involviert. Kennen Abläufe. Kennen die Kunden. Schwachstellen und Stärken. Mitarbeiter haben ein enormes Wissen des Daily Business. Lohnt es sich, auf sie zu hören? Sie bewusst mit einzubeziehen? Laut Alfred Alder, dem Begründer der Individualpsychologie, hat jeder Mensch den Wunsch, in der Gesellschaft einen Beitrag zu leisten. Das fördert die Motivation. Denn es ist ein Unterschied, ob man mitgestalten kann oder einfach ausgeliefert ist.

Führungsverantwortliche wünschen sich oft mehr Gelassenheit. Das finde ich spannend, denn mitdenkende Mitarbeiter würden ja genau diese Gelassenheit ermöglichen. Es gibt auch noch andere Wege als die bisherigen. Man muss ihnen als Vorgesetzte allerdings eine Chance geben. Das braucht Mut. Mitarbeiter anhören und nach deren Ideen forschen. Why not? Was hilft dem Unternehmen? Fähige und selbstständige Mitarbeiter, die zuverlässig und motiviert sind? Das bedeutet Sicherheit, wenn der Chef abwesend ist. Wenn eine Wirtschaftskrise ansteht. Stabilität statt Zusammenbruch.

Das ist eine andere Sichtweise. Klar. Man muss sie testen. Team darf sich entwickeln. Mit den richtigen Mitarbeitern und der richtigen Einstellung unterwegs zum Erfolg. Der Fussball zeigt es uns immer wieder. Verantwortung übergeben und gemeinsam statt einsam unterwegs sein. Das führt zum Sieg. Ein lohnenswerter Ansatz.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

Weiterführende Tipps

Für Führungsverantwortliche

Coachingplus.ch: 10 tägiger Studiengang für angewandtes Coaching – damit Sie und Ihre Mitarbeiter von neuen Denkansätzen und Sichtweisen profitieren können.

Travail.Suisse: Stress und Sorge um den Arbeitsplatz belasten die Arbeitnehmenden in der Schweiz

Für Führungsverantwortliche und Mitarbeiter

Coaching-Persönlichkeitsentwicklung.ch: Ein Coaching, um die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Persönlichkeitsentwicklung bedeutet, den Angstpegel zu senken und den Mut zu steigern.

Coaching-Trainer.ch: Coach- und Trainer-Verzeichnis.

Anstubser.ch: Der wöchentliche Kurzinput als Newsletter – mit einem Zitat und weiterführenden Gedankenanstössen.