Es gibt sie noch. Mitarbeiter, die jahrelang im gleichen Beruf und im gleichen Job zuverlässig ihre Aufgaben erledigen. Sie sind zufrieden mit der Herausforderung und dem geregelten Tagesablauf. Treue Mitarbeiter sind sehr wertvoll! Sie unterstützen die Stabilität der Firma in einem guten Sinn. Und plötzlich ist vieles anders. Eine berufliche Veränderung angesagt … Berufliche Veränderung: Warum wir Angst davor haben und wieso der Blick auf unsere Stärken mehr hilft.

Es gab eine Zeit, da wurde man in einer einige Jahre dauernden Ausbildung auf mehrere Jahrzehnte Berufstätigkeit vorbereitet. Dies ist vorbei. Der klassische, lineare Karriereweg existiert heute nicht mehr und eine solide Ausbildung oder ein Studium garantieren keinesfalls eine erfolgreiche Karriere. Vielmehr ist die Fähigkeit, sich anzupassen, schnell dazuzulernen und sich an neue Situationen zu adaptieren ausschlaggebend für den Erfolg.

Man hat nie ausgelernt: Gerade im Erwachsenenalter wird man sich der Wahrheit dieser Maxime bewusst. Zwar hat die Erwachsenenbildung seit Anfang des 19. Jahrhunderts Konjunktur, doch erst in den letzten Jahren hat sich das Angebot auf alle nur erdenklichen Themenbereiche ausgeweitet. Erwachsene lernen sowohl in Kursen als auch auf eigene Faust. Oft wird bereits bestehendes Wissen aufgefrischt, doch viele Erwachsene greifen auch auf Bildungsangebote zurück, in deren Rahmen sie mit gänzlich neuem Lernstoff konfrontiert werden.

Bei Menschen ab ca. 50 Jahren läuft die Jobvergabe oft nicht über klassische Bewerbungsprozesse, sondern über persönliche Kontakte und Empfehlungen. Wer sich mit über 50 beruflich neu orientieren möchte, erleichtert sich den Jobwechsel daher erheblich, wenn er über ein gut funktionierendes Netzwerk verfügt.

«Ü-50: Mythos Abstellgleis» tituliert der Tagesanzeiger seinen Blog vom 27. März 2017 (Autorin Aniela Wirz). Es ist ein Versuch, ein Vorurteil gegenüber einer grossen Problematik abzubauen. Der Blick auf die Kommentare zeigt dann auch, dass es bei einem Versuch geblieben ist. Nahezu alle Kommentar-Schreibenden kritisieren den fehlenden Praxisbezug.