Bei Menschen ab ca. 50 Jahren läuft die Jobvergabe oft nicht über klassische Bewerbungsprozesse, sondern über persönliche Kontakte und Empfehlungen. Wer sich mit über 50 beruflich neu orientieren möchte, erleichtert sich den Jobwechsel daher erheblich, wenn er über ein gut funktionierendes Netzwerk verfügt.

«Ü-50: Mythos Abstellgleis» tituliert der Tagesanzeiger seinen Blog vom 27. März 2017 (Autorin Aniela Wirz). Es ist ein Versuch, ein Vorurteil gegenüber einer grossen Problematik abzubauen. Der Blick auf die Kommentare zeigt dann auch, dass es bei einem Versuch geblieben ist. Nahezu alle Kommentar-Schreibenden kritisieren den fehlenden Praxisbezug.

Berufliche Veränderung: Warum haben wir Angst davor und wieso der Blick auf unsere Stärken mehr hilft.

 

Der erste Eindruck hinterlässt nachhaltige Spuren

Wie treten wir auf? Wie reden wir? Ist unsere Stimme schwankend? Ist sie stabil? Spürt das Gegenüber Unsicherheit? Wir kommunizieren. Bewusst und unbewusst. Senden Signale aus und stossen dabei auf andere Signale.

Genauer hinsehen:

Innert Sekunden und Minuten wird über die Pole Position des ersten Eindrucks zwischen zwei oder mehreren Menschen entschieden.

Einen starken Einfluss auf unser Image und unsere Kommunikation übt unser Selbstbewusstsein aus.

Wir sind geprägt

Innere Stimmen. Das sind zum Beispiel Sprüche aus unserer Kindheit. «Du könntest, wenn du nur wolltest», «Gib es deinem Bruder. Du kannst das noch nicht», «Es ist immer das Gleiche mit dir» etc. Aussagen, die Kinder klein halten, denen einer der wichtigsten «Treibstoffe», nämlich das Vertrauen, fehlt. Aussagen, die keine Fehler erlauben und zugleich sind oder waren die Erwartungen spürbar riesig. Eine grenzenlose Überforderung, die uns noch immer begleitet.

Nun muss man wissen, Kommunikation ist in erster Linie ein «Transport-Instrument» von Botschaften zwischen Menschen. Macht jemand eine Aussage und ich höre sie, wird sie in meinem internen Filter ausgewertet. Man spricht auch vom Hören mit dem Beziehungs-, dem Apell-, dem Sach- und dem Selbstoffenbahrungs-Ohr.Ich höre, bewerte und verstehe darum eine Botschaft so, wie ich will.

Genauer hinsehen:

Meine Bewertung ist meine private Logik, meine gefühlte Wahrheit.

Glaube nicht alles, was du denkst

Dieser Spruch auf einer Ansichtskarte ist mir in guter Erinnerung geblieben. Nicht alles glauben, was wir denken. Dieser Satz steigert meine Achtsamkeit. Wissen, dass meine Wahrnehmung oft (über)bewertet ist. Der geheime und beeinflussende Raster: Kultur, Erziehung, Familienkonstellation, Ausbildung, Eigensicht, aktuelle Situation, soziale Beziehungen, Druck am Arbeitsplatz etc. Meine individuelle und durch mich mitgestaltete Situation. Prof. Dr.med Dr.h.c. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH Jürg Willi schreibt im Buch «Wendepunkt im Lebenslauf. Persönliche Entwicklung unter veränderten Umständen – die ökologische Sicht der Psychotherapie» von unserer selbst gestalteten individuellen «Nische».

Wie aber können wir das ändern?

Ein Ansatz ist unser Selbstbewusstsein. Wissen, dass wir jemand sind und wissen, was wir Wert sind. Wir geben uns einen Wert. Wir verstärken ihn (in der Regel durch Erfolgserlebnisse) oder wir setzen uns selbst hinab. Dann, wenn wir unsicher sind. Uns annehmen, wie wir sind, Stärken erkennen und uns derer bewusst werden. Dazu braucht es manchmal eine neutrale Aussensicht. Die eines Coaches. Selbstbewusstsein stärken bedeutet, genauer hinzusehen.

Genauer hinsehen:

Letztendlich hat jede und jeder von uns Kompetenzen. Nur sind wir uns deren nicht bewusst.

Ich komme wieder auf eine Ansichtskarte zu sprechen. Sie bringt den Wert von uns Menschen auf den Punkt. «Was hinter dir ist und was vor dir ist, ist nichts im Vergleich zu dem, was in dir ist.» Wie wahr!

 

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