Gefordert und gefördert: Coaching für Führungskräfte

Führungskräfte sind Multitalente. Sie motivieren, treffen Entscheidungen, schlichten, vertreten Firmeninteressen und managen Krisen. Und als wäre das alles nicht schon Herausforderung genug, müssen sie es auch noch mit politischen Turbulenzen aufnehmen, die das Kaufpotenzial ins Wanken bringen. Kein Wunder, dass sie über kurz oder lang an ihre persönlichen Belastungsgrenzen kommen – bis hier her und nicht weiter. Spätestens jetzt braucht es einen starken Partner an seiner Seite, der zu neuen Höchstleistungen anspornt. Und genau hier kommt Coaching für Führungskräfte ins Spiel. Denn selbst unsere Führungselite hat noch lange nicht ausgelernt.

Die Themen in diesem Artikel:

Gefordert und gefördert: Coaching für Führungskräfte

Gefordert und gefördert: Coaching für Führungskräfte

Gefordert und gefördert: Coaching für Führungskräfte

Coaching für Führungskräfte: Was ist das eigentlich?

Beim Coaching für Führungskräfte oder Leadership Coaching handelt es sich um ein Spezialcoaching für die Führungsetage, um eine Sonderform von Business Coaching.

Prinzipiell richtet sich die Schulung an alle Hierarchie-Ebenen und hat ein klares Ziel vor Augen: essenzielle Führungskompetenzen stärken und weiterentwickeln.

Beim klassischen Leadership Coaching findet ein Dialog unter vier Augen statt. Mit der Hilfe eines sogenannten Coaches reflektiert die Führungskraft in regelmässigen Einzelsitzungen ihre Führungskompetenzen. Was läuft gut? Wo herrscht Verbesserungsbedarf? Und mit welchen Mitteln lässt sich der persönliche Führungsstil verbessern?

Für gewöhnlich ist das Leadership-Coaching zeitlich begrenzt. Zu Beginn definieren Coach und Führungskraft einen exakten Zeitrahmen, in dem der Führungsstil auf dem Prüfstand steht – von drei Wochen über zwei Monate bis hin zu einem Jahr. Auch klare Ziele werden definiert. Was will die Führungskraft durch das Coaching erreichen – eine bessere Personalführung oder ein konsequenteres Krisenmanagement?

Der Coach tritt die ganze Zeit über als Berater auf, allerdings als subtiler Berater. Geschickt regt er seinen «Schüler» zum Nachdenken über sich selbst an. Er leistet sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe.

Beratung und Coaching: Wie funktioniert ein Coaching für Führungskräfte?

Ein Leadership Coaching ist individuell. Es muss perfekt auf die Ansprüche und Aufgaben einer Führungskraft abgestimmt werden. Schliesslich hat jeder Coachee seine ganz eigenen Ziele, Vorstellungen und Schwierigkeiten.

Grundsätzlich funktioniert das Führungskräfte-Coaching wie ein klassisches Business Coaching. Das Herzstück des Trainings ist die Kommunikation. Trainer und Schüler befinden sich im ständigen Austausch. Die Führungskraft schildert ihren Arbeitsalltag, spricht Probleme an und reflektiert aktiv ihren Führungsstil.

Zusätzlich zum klassischen Gesprächstraining nutzt der Coach weitere bewährte Methoden, um seinem Coachee zu neuen Sichtweisen zu verhelfen:

  • Rollenspiele
  • Fragebögen
  • spezielle Fragetechniken (z.B. zirkuläre Fragerunden)
  • Visualisierungen (z.B. Grafiken, Bilder, Figuren)
  • Schemata (z.B. die Diamond Technik)

Meist beschränkt sich der Coach nicht auf eine einzige Technik. Für eine komplexe Selbstanalyse kombiniert er am liebsten mehrere Methoden – zum Beispiel klassische Beratungsgespräche mit Fragebögen und Rollenspielen. Im systemischen Business Coaching bezieht er beispielsweise besonders häufig Aufstellungen mit ein.

Die wichtigsten Coaching Themen für Führungskräfte

Anders als beim herkömmlichen systemischen Business Coaching bezieht sich das Führungskräfte-Coaching fast ausschliesslich auf Führungsthemen. So soll der Kunde in seiner Führungsrolle wachsen und aktiv an seinen Führungsqualitäten arbeiten.

Diese Schwerpunkte stehen auf dem Programm:

  • jüngere Führungskräfte sollen ältere und erfahrenere Mitarbeiter anleiten
  • die Herausforderungen von weiblichen Führungskräften
  • der Sprung von einer fachlichen zu einer führenden Tätigkeit
  • der Antritt einer neuen Führungsposition
  • Problemstellungen und Konflikte im Team: miserables Arbeitsklima, Leistungsabfall, Intrigen und Machtkämpfe

Unabhängig vom Schwerpunkt und vom Anlass des Coachings kommen meiste folgende Themen zur Sprache:

Rollenerwartungen und Rollenkonflikte

Führungskräfte sind Allrounder. Sie schlüpfen in mehrere Rollen gleichzeitig:

Motivator:

Sie müssen die Motivationsspeicher der Mitarbeiter füllen.

Problemlöser:

Wann immer Konflikte auftreten, ist ihre Kreativität gefragt.

Vermittler:

Gekonnt bringen sie verschiedene Mitarbeiter und Abteilungen zusammen.

Kontrolleur:

Führungskräfte behalten das Leistungsniveau der Belegschaft im Blick.

Das Problem: Die einzelnen Rollen kommen sich häufig in die Quere. Zum Beispiel: Wie soll die Führungsetage ihren Mitarbeitern Empathie entgegenbringen, aber gleichzeitig ihre Arbeitsleistung kontrollieren? Und genau hier sollen Beratung und Coaching helfen. Die Führungskraft lernt die Rollenerwartungen der Belegschaft kennen und eignet sich Strategien an, um potenzielle Rollenkonflikte elegant ausbalancieren zu können.

Essenzielle Führungskompetenzen trainieren

Führung ist alles andere als Theorie. Streng genommen handelt es sich um ein hochanspruchsvolles Handwerk. Und wie bei jedem Handwerk kann man natürlich auch hier das Grundgerüst erlernen. Diese Schlüsselqualifikationen gehören zu den Aufgaben einer Führungskraft:

  • offene Feedbackkultur: Feedback geben und aufnehmen
  • Mitarbeiter bewerten und fördern
  • diplomatisches Konfliktmanagement
  • souveräne Mitarbeitergespräche führen

Essenzielle Führungskompetenzen trainieren

Essenzielle Führungskompetenzen trainieren

Essenzielle Führungskompetenzen trainieren

Der Vorgesetzte als Vorbild

Gute Führungskräfte beherrschen nicht nur ihr Handwerk. Sie motivieren auch mit ihrer Persönlichkeit. Zum Beweis: In der empirischen Forschung stellt sich wieder und wieder heraus, dass sich das Charisma des Vorgesetzten positiv auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirkt.

Nicht ohne Grund spielt Persönlichkeitsentwicklung eine Hauptrolle im Leadership-Coaching. Doch bitte Vorsicht: Zu grosse Veränderungen darf man dabei nicht erwarten. Denn die wichtigsten Eigenschaften einer Person sind bereits tief verankert. Sie lassen sich kaum verändern.

So geht es bei der Persönlichkeitsentwicklung weniger um Veränderung als um Reflexion. Die Führungskraft versucht, sich ihrer Persönlichkeit bewusst zu werden und ihren Führungsstil entsprechend darauf anzupassen. Denn nur, wenn sich die Persönlichkeit authentisch darin einschmiegt, hat man langfristig in der Chefetage Erfolg.

Der Leadership Coach – ein subtiler Partner

Leider serviert der Coach keine massgefertigten Ratschläge auf dem Silbertablett. Vielmehr tritt er als subtiler Sparringpartner auf, der die Führungskraft mit seinem fachlichen Know-how bereichert.

Gerade im Top-Management ist dieser Austausch oft Gold wert. Denn oft fehlt es Top-Managern an Gleichgesinnten, denen sie auf Augenhöhe begegnen können. Es fehlt ihnen ein kompetenter, erfahrener Partner, der ihnen konstruktives Feedback gibt und ihre Ideen hinterfragt.

Beratung und Coaching: Die verschiedenen Phasen der Selbstfindung

Führungskräften mangelt es oft an Geduld. Schon in der ersten Sitzung wünschen sie sich eine perfekt ausgearbeitet To-do-Liste, die ihre Probleme mit einem Schlag löst. Nur leider gibt es diese perfekte To-do-Liste nicht. Sie ist ein langer Prozess. Langsam und gemächlich, von Sitzung zu Sitzung, nimmt sie Gestalt an. Umso gelassener und aufgeschlossener müssen Führungskräfte an die Sache herangehen.

Nur dann können sie alle 5 Phasen erfolgreich durchlaufen:

Phase 1 Beziehungsaufbau:

Bevor es ins Detail geht, müssen Coach und Führungskraft erst einmal miteinander warm werden. Sie müssen sich respektieren und vertrauen.

Phase 2 Zielsetzung:

Nun sind die Ziele an der Reihe: Was erhofft sich die Führungskraft von dem Training?

Phase 3 Methoden & Techniken:

Als Nächstes erarbeiten Coach und Führungskraft gemeinsam Strategien, wie sich die festgelegten Ziele am besten erreichen lassen.

Phase 4 Selektion:

Verschiedene Strategien werden ausprobiert.

Phase 5 Abschluss:

Kommen Coaching und Beratung zum Ende, werden nochmal alle Ergebnisse diskutiert und zusammengefasst.

Beratung und Coaching: Die verschiedenen Phasen der Selbstfindung

Beratung und Coaching: Die verschiedenen Phasen der Selbstfindung

Beratung und Coaching: Die verschiedenen Phasen der Selbstfindung

Teamcoaching vs. Einzelcoaching für Führungskräfte

Wer den Austausch mit anderen Führungskräften schätzt, tut sich mit einem Teamcoaching einen Gefallen. Hier lösen die Teilnehmer ihre Aufgaben und Challenges mit vereinten Kräften.

Wer die ruhige Reflexion schätzt, zieht ein Einzelcoaching für Führungskräfte vor.

Hier erfolgen Beratung und Coaching im Dialog. Der grosse Vorteil: Der Austausch ist spürbar intensiver, vertrauensvoller und intimer.

© ausbildung-tipps.ch/Autorenteam, Jana Winter – 7.3.2022

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Andreas Räber ist GPI®-Coach und fundierter Querdenker. Er ist Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikel und Kurzgeschichten. Er ist Inhaber der Webplattformen ausbildung-tipps.ch, berufliche-neuorientierung.ch und coaching-persönlichkeitsentwicklung.ch. Er begleitet seit über 10 Jahren Menschen zu Themen wie berufliche Neuorientierung, Standortbestimmung, berufliche Selbstständigkeit wagen, Persönlichkeitsentwicklung etc. Mehr über Andreas Räber erfahren,

Andreas Räber, GPI®-Coach