Je besser eine Karriere geplant ist, desto besser die Umsetzung und der Nutzen. Schritt für Schritt. Machbar. Zielorientiert.

Wie soll ich das bloss schaffen? Jeder kennt solche Momente der Hilflosigkeit. Alles scheint gegen uns zu arbeiten, die Situation lässt uns kaum mehr Luft zum Atmen. Es fühlt sich an, als ob der Kampf bereits verloren ist. Doch das Gute ist: Man kann diesen Kampf beenden, ohne sich selbst aufzugeben. Im Gegenteil: Hier beginnt ein wichtiger Prozess, in dem das eigene Durchsetzungsvermögen gestärkt werden kann. Wie geht das? Zunächst einmal mit dem Verstehen, dass Selbstbewusstsein mit dem eigenen Durchsetzungsvermögen in Zusammenhang steht.

Es gab eine Zeit, da wurde man in einer einige Jahre dauernden Ausbildung auf mehrere Jahrzehnte Berufstätigkeit vorbereitet. Dies ist vorbei. Der klassische, lineare Karriereweg existiert heute nicht mehr und eine solide Ausbildung oder ein Studium garantieren keinesfalls eine erfolgreiche Karriere. Vielmehr ist die Fähigkeit, sich anzupassen, schnell dazuzulernen und sich an neue Situationen zu adaptieren ausschlaggebend für den Erfolg.

Beruf und Privatleben: «Geschwister» im Kampf um Aufmerksamkeit

Darf ich vorstellen: Familie Work Life Balance. Sie besteht aus Vater Persönlichkeitsentwickler, Mutter Verantwortung und den Geschwistern Beruf und Privatleben. Um letztere geht es in diesem Blog. Unter uns gesagt, sie sind manchmal etwas schwierig. Vor allem, wenn es um Aufmerksamkeit geht. Der leistungsorientierte Beruf und das auf Erholung getrimmte Privatleben. Mutter Verantwortung findet, dass beide voneinander abhängig sind und mehr gemeinsam unternehmen müssten. Vater Persönlichkeitsentwickler findet, Streit gehöre zum Leben. Fördere persönliches Wachstum. Nur streiten sich Beruf und Privatleben manchmal sehr lange und destruktiv miteinander. Wie das Geschwister mit gegensätzlichen Denkhaltungen eben tun. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird von Beruf und Privatleben aktiv betrieben. Schauen wir uns die Zankäpfel genauer an. Verantwortung und Persönlichkeitsentwickler möchten auch mitreden.

Leistungsorientierter Beruf: «Ohne mich ist kein Lebensunterhalt möglich!»

Da hat er recht. Der leistungsorientierte Beruf hilft uns, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. «Ohne mich würde man in der Gasse enden, um es sinnbildlich auszudrücken.» Sie merken, ihm geht es um pure Leistung. «Dafür lebt er» meint Verantwortung. Das ist sein Lebensinhalt. Denn wenn er erfolgreich ist und genügend Einnahmen erzielt, kann sich auch Privatleben besser entwickeln. Was sie nur ungern zugibt. «Manchmal übertreibt der Beruf gewaltig.» findet Persönlichkeitsentwickler. «Etwas Tempo weg, dafür bewusster ran gehen, wäre definitiv besser!» Sonst kommt es zum Kollaps. Wenn er dauernd mehr gibt als nimmt, ist die Batterie schnell leer. Und ganz ehrlich, zu viel von ihm bedeutet auch, dass Privatleben ungenügend zur Geltung kommt. Beruf muss damit leben, dass er früher stirbt. Auch wenn er jetzt in der Schweiz gesetzliche Unterstützung für eine Lebensverlängerung erhalten hat. Beruf leistet im Vorfeld immenses Vorbereitungen und Arbeit und vergisst oft, dass er das nur dank der Hilfe seiner Schwester tun kann …

Erholungsorientiertes Privatleben: «Ohne mich ist keine Leistung möglich!»

Da hat sie recht. Leisten kann nur, wer sich auch wieder genügend erholen kann. Das gilt auch bei einem erhöhten Kaffeegenuss. «Mehr als unser Körper es erlaubt, geht nicht.» (Danke, Mutter Verantwortung). Und genau darum ist die erholungsorientierte Privatleben wichtig. Natürlich kann man sich nichts oder nur wenig von ihr leisten. Privatleben gibt aus, was Beruf eingenommen hat. «Eine muss es ja tun, wenn der Beruf dauernd aktiv ist!» Geld verdienen, ohne die Zeit zu finden, es auszugeben, ist definitiv ein Irrläufer. Privatleben ist stolz darauf, dass sie frei bestimmen kann. Beruf hingegen unterliegt Regeln. Am Ende jedoch kann Privatleben nur gestalten, wenn Beruf seinen Job macht. Leben ohne Beruf schränkt dann doch zu sehr ein. «Eben!» sagt Vater Persönlichkeitsentwickler. «Wir brauchen Herausforderungen und Druck!»

Die Anforderungen

Beruf und Privatleben sollten sich füreinander interessieren und sich gleichzeitig genügend Freiraum lassen. Wie in einer funktionierenden Ehe. Freiraum und gemeinsame Ziele. Das erfordert Empathie und Sozialkompetenz. Gemeinsame Planung. Ein sich bewusst Machen, dass die gemeinsame Ausrichtung oder das Gegeneinander potenziert – sprich Stärken noch stärker und Schwächen noch schwächer macht. Je nach Umgang. Je nach persönlicher Entscheidung. Beide können voneinander profitieren. Wird Geben und Nehmen zu einer sinnvollen Balance, wird der gemeinsame Weg auch zum persönlichen Erfolg … «Das», sagen Verantwortung und Persönlichkeitsentwickler, «haben wir doch schon immer gesagt …»

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

Das könnte Sie auch noch interessieren:

Weiterbildung: Die nächsten Schritte gezielt planen

Endlich: Die Bestätigung für die Aus- oder Weiterbildung liegt auf dem Tisch.Die nächsten 2 Jahre sind verplant. Die Richtung der Karriere ist klar. Das erste Schulungsmaterial wurde bereits zugestellt. Jetzt gilt es nur noch, möglichst schnell anzufangen. Wirklich? Falls noch nicht gemacht, gehört zuerst eine saubere Planung dazu. Nachfolgend die wichtigsten Punkte für einen effizienten Ausbildungsfahrplan auf einen Blick.

Planung der Studienzeit

Wann lernen Sie am besten? Am Morgen? Unterwegs? Abends? Es gilt, die beste Zeit herauszufinden. Vielleicht müssen Sie Kompromisse eingehen, weil Sie kleine Kinder haben. Oder weil der Nachbar am Abend Klavier spielt. Vielleicht lernen Sie besser im Office oder gar im kühlen Keller? Finden Sie einen Raum, der Ihnen entspricht. Die Konzentration bleibt so besser. Planen Sie sich fixe Zeiten ein, die Sie auch mit Ihren Angehörigen besprechen und dingfest machen.

Lernmethode – jeder so, wie er kann

Genauer hinsehen

«Menschen können nur Dinge denken, die sie sich vorstellen können – und können sich nur Dinge vorstellen, die sie bereits in irgendeiner Form erfahren, das heisst gesehen, gehört, gefühlt, beziehungsweise verstanden haben. Es muss prinzipiell etwas Vorstellbares sein.»

(aus «Beratung ohne Ratschlag» – Systemisches Coaching von Sonja Radatz).

Sich etwas vorstellen können. Manchmal brauchen wir Eselsbrücken. Lernen ist etwas ganz Persönliches. Ob mit dem Smartphone oder ganz traditionell mit Stift und Papier. Jeder auf seine Art. So wie er oder sie es sich am besten merken kann. Am Anfang braucht es etwas Zeit, die geeignete Lernmethode zu finden. Ganz wichtig: Nehmen Sie Lerngruppen ernst. Was Sie mündlich teilen können, bleibt länger haften. Erfahrungsaustausch lässt sich durch nichts ersetzen.

Persönliche Zeit – Auftankzeit

Ein Auto fährt so lange es Benzin hat. Bei Menschen ist es nicht anders. Wo Kraftstoff und Pflege fehlen, gibt es keine innere und äussere Bewegung. Ich meine damit nicht etwa das Aufputschen durch übermässigen Kaffeegenuss oder Energydrinks. Was wir dem Körper zu viel abzwingen, zahlen wir später mehrfach zurück. Daher ist es wichtig, dass Sie sich Zeit einplanen, die Sie mit erholsamen Aktivitäten füllen. Wo mehr geleistet wird, braucht es auch mehr Erholung. Grenzen müssen respektiert werden. Ehrgeiz kann diese Grenzen manchmal ganz schön ausmanövrieren.

Soziale Zeit: Anspruch der Familie, des Partners

«Der Mensch ist ein soziales Wesen.» Diese Aussage des Begründers der Individualpsychologie, Alfred Adler, ist an und für sich nicht neu. Ähnliche Aussagen kann man schon in der Bibel nachlesen: «Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei …». Menschen brauchen Menschen. Daher sind soziale Kontakte sehr wichtig. Vor allem sollten sie während einer Aus- und Weiterbildung gut geplant werden. Positive Menschen sind in Zeiten der Herausforderung unerlässlich. Sie helfen mitzutragen und wirken motivierend. Allerdings – und das mag in Zeiten der Betonung von Selbstbestimmung etwas überraschen – haben bestimmte Mitmenschen ein Anrecht auf Sie. Partner, Kinder, Freunde, Eltern etc. Es gibt immer Ausnahmesituationen, in denen man eigene Bedürfnisse zurückstellen muss. Flexibilität ist angesagt und muss mit eingeplant werden.

So können Sie sich schützen

  • Nehmen Sie in dieser Zeit keine zusätzlichen beruflichen oder privaten Verpflichtungen (Vereine) an.
  • Eine klare Kommunikation schafft Freiraum und klare Verhältnisse.
  • Wussten Sie, dass Meditation das Hirn «leert», man sich daher besser konzentrieren und mehr Informationen aufnehmen kann? Darum Zeit für Stille einplanen.
  • Smartphone und Mailprogramm drosseln.
  • Planen Sie gezielt Ruhephasen ein.

Das müssen Sie wissen

  • Lernen Sie von zuhause aus, sind Sie für kleine Kinder anwesend. Diese können nicht verstehen, dass Sie «nicht da» sind.
  • Ehrgeiz ist gut. Doch Beziehungen sind mindestens genauso wichtig. Ein guter Abschluss beeindruckt … kurze Zeit. Danach fragt in vielen Fällen niemand mehr danach …
  • Effizienz bedeutet, innerhalb der eigenen Leistungsfähigkeit(!), richtig zu reagieren und umzusetzen.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 


Werbung Ausbildungsangebote

Als Arbeitnehmer sitzt man im gleichen Boot mit dem Arbeitgeber.

Je erfolgreicher die Zusammenarbeit, desto mehr profitieren beide. Dasselbe gilt für Risiken. Auch diese betreffen meistens beide Parteien.

Veränderungen und Risiken im Berufsumfeld. Oft sind wir uns deren gar nicht bewusst. Wir leben im Alltag.

Genauer hinsehen

Entwicklung am Markt zu beobachten, ist eine Pflicht.

Sich als Arbeitnehmer bewusst zu werden, dass diese Entwicklungen auch Auswirkungen auf die eigenen Arbeit  (Arbeitsplatz, Weiterbildungen, Arbeitsinhalt) haben, ebenfalls. Auch wer sich beruflich selbstständig machen will, muss um diese Risiken wissen.

Die Berufswelt ist von vielen Ereignissen abhängig

Wir sind vernetzt und Teil einer immer komplexer werdenden Gesellschaft. Wir kommen einander immer näher. Früher sagte man, die Welt sei ein Dorf. Heute ist sie es wirklich. Was im fernen Ausland geschieht, wirkt sich schnell auch auf den heimischen Markt aus. Deshalb hier ein paar Risiken, die es zu beachten gilt.

Risiken für Unternehmen

Technische Entwicklung:

Von der Schallplatte zur CD, von der CD zum Datenträger, vom Datenträger zum Smartphone. Risiken liegen u.a. auch in hohen Lagerbeständen (inkl. den Verkaufskanälen).

Kostengünstigere Mitbewerber aus dem Ausland

Die mit Schweizer Vertretungen in den hiesigen Markt eindringen. Die tieferen Preise sind eine Gefahr – die eigene Kultur, die hohe Qualität («Swissness») kann eine Chance sein.

Veränderte Gesetzgebung

Auflösung der Eurountergrenze. Brexit. Einfluss auf Handelsabkommen etc.

Gewalttätige Ereignisse oder verkehrsstrukturelle Veränderungen im nahen oder weiten Umfeld eines Unternehmens

Neue Verkehrsführung (betrifft Verkaufsläden, Restaurants) oder Ereignisse mit Personenschaden als Folge, im Quartier, wo der Firmensitz liegt. Import von Dienstleistungen oder Teilen aus einem krisengefährdeten Gebiet.

Mangelhafte Berichterstattung in Medien

Schlechte Recherchen und Interviewpartner, Verwechslungen etc.

Fehler im Marketing: Fehlende Ausrichtung auf die Praxis und auf die Zielgruppe

Risiken Mitarbeiter

Alle Risiken der Unternehmen betreffen oft auch die Mitarbeiter.

Soziales Umfeld:

Vorgesetzter ändert, anderer Führungsstil, andere Zielsetzungen.

Langjährige Mitarbeiter gehen,   mangelnde soziale Kontakte am Arbeitsort

Umzug an ein neues Domizil (Arbeitsweg)

Grösse und Lichtverhältnisse des Arbeitsplatzes, Lärmpegel, Handling von diversen Abläufen (umständlicher Gebrauch des Warenliftes, teilen mit anderen Firmen), vom eigenen Büro zum Grossraumbüro, vom festen zum temporären Arbeitsplatz.

Änderung der strategischen Ausrichtung einer Firma:

Teilbereiche könnten aufgegeben oder verkauft werden.

Verkauf an eine Firma mit einer anderen Firmenkultur. Wenn klein von gross gekauft wird, geht zum Beispiel die Familienkultur verloren.

Tipps zum Erkennen von Risiken

Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, sich selbst laufend zu informieren, was in seiner Berufswelt abgeht. Das gilt für die Firmenleitung wie für die Mitarbeiter. Es ist wie bei einer Krankheit: Früherkennung steigert die Chancen auf schnelle Gesundung und Überwinden der Krise.


Interne weiterführende Links zum Thema Beruf:


Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Andreas Räber, bietet Online Marketing für KMU an und Einzelcoachings für Ratsuchende.