Je besser eine Karriere geplant ist, desto besser die Umsetzung und der Nutzen. Schritt für Schritt. Machbar. Zielorientiert.

Wie soll ich das bloss schaffen? Jeder kennt solche Momente der Hilflosigkeit. Alles scheint gegen uns zu arbeiten, die Situation lässt uns kaum mehr Luft zum Atmen. Es fühlt sich an, als ob der Kampf bereits verloren ist. Doch das Gute ist: Man kann diesen Kampf beenden, ohne sich selbst aufzugeben. Im Gegenteil: Hier beginnt ein wichtiger Prozess, in dem das eigene Durchsetzungsvermögen gestärkt werden kann. Wie geht das? Zunächst einmal mit dem Verstehen, dass Selbstbewusstsein mit dem eigenen Durchsetzungsvermögen in Zusammenhang steht.

Beruf und Privatleben: «Geschwister» im Kampf um Aufmerksamkeit

Darf ich vorstellen: Familie Work Life Balance. Sie besteht aus Vater Persönlichkeitsentwickler, Mutter Verantwortung und den Geschwistern Beruf und Privatleben. Um letztere geht es in diesem Blog. Unter uns gesagt, sie sind manchmal etwas schwierig. Vor allem, wenn es um Aufmerksamkeit geht. Der leistungsorientierte Beruf und das auf Erholung getrimmte Privatleben. Mutter Verantwortung findet, dass beide voneinander abhängig sind und mehr gemeinsam unternehmen müssten. Vater Persönlichkeitsentwickler findet, Streit gehöre zum Leben. Fördere persönliches Wachstum. Nur streiten sich Beruf und Privatleben manchmal sehr lange und destruktiv miteinander. Wie das Geschwister mit gegensätzlichen Denkhaltungen eben tun. Der Kampf um Aufmerksamkeit wird von Beruf und Privatleben aktiv betrieben. Schauen wir uns die Zankäpfel genauer an. Verantwortung und Persönlichkeitsentwickler möchten auch mitreden.

Leistungsorientierter Beruf: «Ohne mich ist kein Lebensunterhalt möglich!»

Da hat er recht. Der leistungsorientierte Beruf hilft uns, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. «Ohne mich würde man in der Gasse enden, um es sinnbildlich auszudrücken.» Sie merken, ihm geht es um pure Leistung. «Dafür lebt er» meint Verantwortung. Das ist sein Lebensinhalt. Denn wenn er erfolgreich ist und genügend Einnahmen erzielt, kann sich auch Privatleben besser entwickeln. Was sie nur ungern zugibt. «Manchmal übertreibt der Beruf gewaltig.» findet Persönlichkeitsentwickler. «Etwas Tempo weg, dafür bewusster ran gehen, wäre definitiv besser!» Sonst kommt es zum Kollaps. Wenn er dauernd mehr gibt als nimmt, ist die Batterie schnell leer. Und ganz ehrlich, zu viel von ihm bedeutet auch, dass Privatleben ungenügend zur Geltung kommt. Beruf muss damit leben, dass er früher stirbt. Auch wenn er jetzt in der Schweiz gesetzliche Unterstützung für eine Lebensverlängerung erhalten hat. Beruf leistet im Vorfeld immenses Vorbereitungen und Arbeit und vergisst oft, dass er das nur dank der Hilfe seiner Schwester tun kann …

Erholungsorientiertes Privatleben: «Ohne mich ist keine Leistung möglich!»

Da hat sie recht. Leisten kann nur, wer sich auch wieder genügend erholen kann. Das gilt auch bei einem erhöhten Kaffeegenuss. «Mehr als unser Körper es erlaubt, geht nicht.» (Danke, Mutter Verantwortung). Und genau darum ist die erholungsorientierte Privatleben wichtig. Natürlich kann man sich nichts oder nur wenig von ihr leisten. Privatleben gibt aus, was Beruf eingenommen hat. «Eine muss es ja tun, wenn der Beruf dauernd aktiv ist!» Geld verdienen, ohne die Zeit zu finden, es auszugeben, ist definitiv ein Irrläufer. Privatleben ist stolz darauf, dass sie frei bestimmen kann. Beruf hingegen unterliegt Regeln. Am Ende jedoch kann Privatleben nur gestalten, wenn Beruf seinen Job macht. Leben ohne Beruf schränkt dann doch zu sehr ein. «Eben!» sagt Vater Persönlichkeitsentwickler. «Wir brauchen Herausforderungen und Druck!»

Die Anforderungen

Beruf und Privatleben sollten sich füreinander interessieren und sich gleichzeitig genügend Freiraum lassen. Wie in einer funktionierenden Ehe. Freiraum und gemeinsame Ziele. Das erfordert Empathie und Sozialkompetenz. Gemeinsame Planung. Ein sich bewusst Machen, dass die gemeinsame Ausrichtung oder das Gegeneinander potenziert – sprich Stärken noch stärker und Schwächen noch schwächer macht. Je nach Umgang. Je nach persönlicher Entscheidung. Beide können voneinander profitieren. Wird Geben und Nehmen zu einer sinnvollen Balance, wird der gemeinsame Weg auch zum persönlichen Erfolg … «Das», sagen Verantwortung und Persönlichkeitsentwickler, «haben wir doch schon immer gesagt …»

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

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Weiterbildung: Die nächsten Schritte gezielt planen

Endlich: Die Bestätigung für die Aus- oder Weiterbildung liegt auf dem Tisch.Die nächsten 2 Jahre sind verplant. Die Richtung der Karriere ist klar. Das erste Schulungsmaterial wurde bereits zugestellt. Jetzt gilt es nur noch, möglichst schnell anzufangen. Wirklich? Falls noch nicht gemacht, gehört zuerst eine saubere Planung dazu. Nachfolgend die wichtigsten Punkte für einen effizienten Ausbildungsfahrplan auf einen Blick.

Planung der Studienzeit

Wann lernen Sie am besten? Am Morgen? Unterwegs? Abends? Es gilt, die beste Zeit herauszufinden. Vielleicht müssen Sie Kompromisse eingehen, weil Sie kleine Kinder haben. Oder weil der Nachbar am Abend Klavier spielt. Vielleicht lernen Sie besser im Office oder gar im kühlen Keller? Finden Sie einen Raum, der Ihnen entspricht. Die Konzentration bleibt so besser. Planen Sie sich fixe Zeiten ein, die Sie auch mit Ihren Angehörigen besprechen und dingfest machen.

Lernmethode – jeder so, wie er kann

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«Menschen können nur Dinge denken, die sie sich vorstellen können – und können sich nur Dinge vorstellen, die sie bereits in irgendeiner Form erfahren, das heisst gesehen, gehört, gefühlt, beziehungsweise verstanden haben. Es muss prinzipiell etwas Vorstellbares sein.»

(aus «Beratung ohne Ratschlag» – Systemisches Coaching von Sonja Radatz).

Sich etwas vorstellen können. Manchmal brauchen wir Eselsbrücken. Lernen ist etwas ganz Persönliches. Ob mit dem Smartphone oder ganz traditionell mit Stift und Papier. Jeder auf seine Art. So wie er oder sie es sich am besten merken kann. Am Anfang braucht es etwas Zeit, die geeignete Lernmethode zu finden. Ganz wichtig: Nehmen Sie Lerngruppen ernst. Was Sie mündlich teilen können, bleibt länger haften. Erfahrungsaustausch lässt sich durch nichts ersetzen.

Persönliche Zeit – Auftankzeit

Ein Auto fährt so lange es Benzin hat. Bei Menschen ist es nicht anders. Wo Kraftstoff und Pflege fehlen, gibt es keine innere und äussere Bewegung. Ich meine damit nicht etwa das Aufputschen durch übermässigen Kaffeegenuss oder Energydrinks. Was wir dem Körper zu viel abzwingen, zahlen wir später mehrfach zurück. Daher ist es wichtig, dass Sie sich Zeit einplanen, die Sie mit erholsamen Aktivitäten füllen. Wo mehr geleistet wird, braucht es auch mehr Erholung. Grenzen müssen respektiert werden. Ehrgeiz kann diese Grenzen manchmal ganz schön ausmanövrieren.

Soziale Zeit: Anspruch der Familie, des Partners

«Der Mensch ist ein soziales Wesen.» Diese Aussage des Begründers der Individualpsychologie, Alfred Adler, ist an und für sich nicht neu. Ähnliche Aussagen kann man schon in der Bibel nachlesen: «Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei …». Menschen brauchen Menschen. Daher sind soziale Kontakte sehr wichtig. Vor allem sollten sie während einer Aus- und Weiterbildung gut geplant werden. Positive Menschen sind in Zeiten der Herausforderung unerlässlich. Sie helfen mitzutragen und wirken motivierend. Allerdings – und das mag in Zeiten der Betonung von Selbstbestimmung etwas überraschen – haben bestimmte Mitmenschen ein Anrecht auf Sie. Partner, Kinder, Freunde, Eltern etc. Es gibt immer Ausnahmesituationen, in denen man eigene Bedürfnisse zurückstellen muss. Flexibilität ist angesagt und muss mit eingeplant werden.

So können Sie sich schützen

  • Nehmen Sie in dieser Zeit keine zusätzlichen beruflichen oder privaten Verpflichtungen (Vereine) an.
  • Eine klare Kommunikation schafft Freiraum und klare Verhältnisse.
  • Wussten Sie, dass Meditation das Hirn «leert», man sich daher besser konzentrieren und mehr Informationen aufnehmen kann? Darum Zeit für Stille einplanen.
  • Smartphone und Mailprogramm drosseln.
  • Planen Sie gezielt Ruhephasen ein.

Das müssen Sie wissen

  • Lernen Sie von zuhause aus, sind Sie für kleine Kinder anwesend. Diese können nicht verstehen, dass Sie «nicht da» sind.
  • Ehrgeiz ist gut. Doch Beziehungen sind mindestens genauso wichtig. Ein guter Abschluss beeindruckt … kurze Zeit. Danach fragt in vielen Fällen niemand mehr danach …
  • Effizienz bedeutet, innerhalb der eigenen Leistungsfähigkeit(!), richtig zu reagieren und umzusetzen.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

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Werbung Ausbildungsangebote

Immer wieder müssen Jobs gestrichen werden. Ist man dabei als Mitarbeiter oder als Firma ausgeliefert? Oder kann man sich schon heute auf morgen vorbereiten?

Was ist Berufung?

Für mich persönlich hat es mit dem Gefühl zu tun, am richtigen Ort zu sein. Zum Beispiel im richtigen Job. Es hat mit Erfolg, mit Motivation, mit der Wirkung von eigens umgesetzten Massnahmen und einem guten Gefühl im Bauch zu tun. Wissen, man ist am richtigen Platz.

Laut Duden bedeutet Berufung auch ein Angebot für ein wissenschaftliches, künstlerisches, politisches Amt. Oder, im veralteten Sinn, das Zusammenrufen. Ein Einspruch gegen ein Urteil. Oder sogar ein Verweis. Mit «besondere Befähigung, die jemand als Auftrag in sich fühlt» und «Sich berufen auf jemanden, etwas» kann ich mich persönlich am besten identifizieren. Wir haben ein einmaliges Leben und darin möchten wir etwas bewirken. Positive Spuren hinterlassen. Etwas bedeuten. Etwas Bedeutendes tun.

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Berufung verspricht Sinn.

Wikipedia ordnet Berufung auch einem religiösen Kontext zu: Von Gott für eine Aufgabe berufen sein. Am richtigen Ort zu sein.

Soziale Nischen schaffen oder verhindern Raum zur Entwicklung

Wie findet man (s)eine Berufung? Vielleicht lebt man sie bereits, ist sich dessen aber gar nicht bewusst. Berufung orientiert sich an vorhandenen Kompetenzen, die sinnvoll eingesetzt werden. Dazu braucht es das eigene Wissen und das entsprechende Umfeld. Prof. Dr. Jürg Willi nennt in seinem Buch «Wendepunkte im Lebenslauf» den Begriff «Nische». Das heisst, jeder Mensch hat und gestaltet sein soziales Umfeld. Soweit wie möglich. Zum einen hat man Freiheiten, seine sozialen Kontakte selbst zu wählen, zum andern ist es einfach gegeben. Zum Beispiel im Job. Je nachdem, ob eine Nische (Umfeld) und ein Mensch zusammenpassen, kann er und sicher auch die Nische, sich besser entwickeln. Man fühlt sich wohl und kann sich öffnen. Teil eines Ganzen sein. Wichtig sein.

Der Gang zum Coach

Bleiben wir beim Beruf. Das Leben ist zu kurz für den falschen Job. Weil nicht die Länge entscheidet, ob ein Leben sinnvoll ist, sondern der Inhalt. Dem Leben mehr Leben geben. Berufung finden und leben können. Hier kommt ein Coach ins Spiel. Mit einem Coaching werden zum Beispiel Soft- und Hardskills mit den Anforderungen im Job verglichen. Je mehr Übereinstimmung man vorfindet, desto mehr lebt man seine Berufung. Vielleicht ist eine Anpassung des Jobprofils angesagt.

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Oder vielleicht eine Anpassung von bisherigen Denkweisen.

Von «Ich kann das nicht» hin zu «Das und das habe ich bis jetzt erreicht». Vielleicht müssen Gespräche mit Vorgesetzten geführt werden. Oder man sucht sich einen neuen, passenderen Arbeitsplatz. Doch aufgepasst, die Nische (soziales Umfeld) hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

Berufung zieht

Etwas tun müssen gehört zum Leben. Aus Überwindung können Kompetenzen entstehen. Es kommt auf das Mass an. Hürden stärken die Kondition. Ausschliesslich Hürden überwinden zu müssen, kostet uns jedoch zu viel Kraft. Berufung hat eine andere Grundlage. Berufung zieht uns vorwärts. «Wenn Du Deine Berufung zum Beruf machst, dann arbeitest Du nicht, dann lebst Du.» sagt Michael Ryan Flatley, ein US-amerikanischer Tänzer mit irischen Wurzeln.

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Es ist wie eine unsichtbare Kraft, eine Überzeugung, die uns vorantreibt.

Ein Beispiel für eine innere Gewissheit sind Glaubensüberzeugungen. Sich von Gott für etwas berufen zu fühlen. Berichte von Menschen mit einer Überzeugung findet man auf Lifechannel.ch. Gibt es nur einen richtigen Ort? «Berufung im pragmatischen Sinn ist das Gefühl, da, wo ich bin, bin ich gerade richtig» sagt die Bestseller Autorin (Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest) Eva Maria Zurhorst. Der österreichisch-israelische jüdische Religionsphilosoph Martin Buber sagte: «Jeder Morgen ist eine neue Berufung.»

100 Prozent?

Bedeutet Berufung zu leben, sich immer einfach mitziehen zu lassen? Ist sie ein Fernziel, das mit unserer inneren Überzeugung übereinstimmt und so unser Denken und Handeln prägt? In jedem Augenblick? In jeder Situation? Überall wo ich bin? So agieren und reagieren, dass es mich meinem Ziel näherbringt, es unterstützt?

Berufung finden, Berufung leben können. Mal mehr. Mal weniger. Berufung ist letztendlich nicht an einen Ort oder an eine Zeit, aber an das Ausleben im passenden Moment gebunden.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

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