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50plus und wie man einen neuen Job findet

«Ü-50: Mythos Abstellgleis» tituliert der Tagesanzeiger seinen Blog vom 27. März 2017 (Autorin Aniela Wirz). Es ist ein Versuch, ein Vorurteil gegenüber einer grossen Problematik abzubauen. Der Blick auf die Kommentare zeigt dann auch, dass es bei einem Versuch geblieben ist. Nahezu alle Kommentar-Schreibenden kritisieren den fehlenden Praxisbezug.

Statistik wird der Wahrheit nie gerecht und zahlreiche Betroffene berichten über ihre erlebte Situation. Arbeitslos ist bereits für die über 40-Jährigen eine enorme Herausforderung. Einen neuen Job bekommt man nur, wenn man Kompromisse eingeht.

50 Plus – eigene Kompetenzen erkennen und gezielt platzieren

Erfolgreich bewerben: Was habe ich als Jobsuchender zu bieten?

50 Plus – eigene Kompetenzen erkennen und gezielt platzieren

Hintergründe im Vordergrund und wie hilfreich sind Weiterbildungen in der Praxis?

Ist es tatsächlich so, dass nur wenige Ü40er wieder einen Job finden?

Man darf davon ausgehen, dass sich in den obigen erwähnten Kommentaren nur diejenigen gemeldet haben, die arbeitslos und vielleicht seit längerem auf der Suche sind: Selbstbetroffene.

Andere interessiert dieses Thema schon gar nicht. Bei meiner Recherche im Internet finde ich heraus, dass die meisten Ü40er durch ihr soziales Netzwerk wieder zu einem Job gekommen sind. Es lohnt sich, im Gespräch zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen.

Nicht zuletzt auch, weil es Jobs gibt, die nicht ausgeschrieben werden und via konkreter Suche in den sozialen Medien akquiriert werden.

Facts

Kein einziger Job auf dieser Welt ist garantiert. Davon müssen wir ausgehen. Man kann einfach Pech haben, auf der Strasse stehen und keinen Job finden. Ja, das ist möglich. Wir sind vom Goodwill von anderen abhängig. Von Kunden, Vorgesetzten, Ämtern etc. Das macht es schwierig, weil die Beurteilung durch andere einen grossen Einfluss auf unseren Selbstwert hat.

Warum also in Weiterbildungen investieren, wenn sie kein Garant sind und das Umfeld und die Rahmenbedingungen zudem immer schwieriger werden?

Auf der Suche nach Möglichkeiten

Das sind harte Facts, mit denen wir leben müssen. Ohne Wenn und Aber. Eine letztendliche Sicherheit gibt es, wie bereits erwähnt, nicht. Und wer in einem Beruf arbeitet, der von vielen anderen auch ausgeübt werden kann (der ersetzbar ist), dessen Perspektiven sind schwierig. Welche Möglichkeiten bleiben einem Ü40er denn noch?

Ausgangslage und Prävention

Eine Firma will und muss Erfolg haben. Sonst geht sie zugrunde. Darum braucht sie Mitarbeiter, die Erfolge nachweisen können. Erfolg bedeutet, dass man es unter verschiedensten Voraussetzungen geschafft (entweder im Direktkontakt oder unterstützend), Kunden zu gewinnen und so einen Beitrag an den Erfolg und damit an die Sicherheit des Unternehmens, leistet.

Dabei gibt es offensichtlichere erfolgswirksame Massnahmen und solche, die nicht offensichtlich sind. Für Mitarbeitende im nicht offensichtlichen Bereich ist es wichtig, laufend bei Entscheidungsträgern präsent zu sein und für die Werte und Zusammenhänge regelmässig einzustehen. Ein weiterer wichtiger Punkt, ist die Erwähnung von wichtigen Erfolgen und Tätigkeiten im Arbeitszeugnis! Versuchen Sie hier auf eine gute Art hartnäckig zu bleiben. Was nicht im Arbeitszeugnis erwähnt ist, kann später in der Bewerbung nicht geltend gemacht werden.

Das bedeutet nichts anderes, als für sich und die eigene Aufgabe PR zu betreiben. Tue Gutes und sprich darüber.

Stellenerhaltende Massnahmen

Dazu gehört aktives Mitdenken, welche Trends in sind und wie man selbst Nutzen daraus ziehen kann (Bsp. Kontaktaufbau via Xing, Facebook, Linkedin, persönliche Blogs etc.) Aus- und Weiterbildungen unterstreichen dieses Mitdenken, qualitative (!) Blogs zu fachspezifischen Themen ebenfalls.

Für Unternehmen wichtige Spezialkenntnisse steigern nicht nur den Wert in der aktuellen Stelle, sie sind auch wichtige Faktoren bei einer allfälligen Suche für einen neuen Job.

Vielleicht muss man einen Berufsabschluss nachholen, vielleicht braucht es eine längere Zusatzweiterbildung. Wege und Möglichkeiten sind da. Sie müssen individuell und mit Kreativität und Ausdauer angegangen werden.

Abhängig sein

Mit der Arbeitslosigkeit werden wir abhängig von anderen und das in einem für uns wichtigen Bereich. Es geht um die Grundversorgung, um Ängste und um Sicherheit. Sich mit 200 anderen für einen Job zu bewerben und ihn zu erhalten, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Mit der Zeit werden Bewerbungen zur Belastung. Schlaflose Nächte folgen etc. Sich bewerben ist gleichzeitig die Suche nach Gehör, nach Aufmerksamkeit und der Wunsch, berücksichtigt zu werden. Die Problematik: andere bestimmen über uns.

Diese Voraussetzung lässt sich zwar nicht verhindern und trotzdem kann sie beeinflusst werden. Bei uns selbst.

Die Opferrolle darf kein Thema sein. Absagen sind gang und gäbe bei einer Jobsuche und lassen sich nicht wegdiskutieren.

Eine neue Stelle erhalten wir durch den Glauben an uns und an unsere Fähigkeiten. Dies schafft Wege und neue Möglichkeiten.

Es geht um den spielaufreissenden Pass, wie man im Fussball sagen würde.

Überraschung im richtigen Moment, Schnelligkeit, Präzision und den Riecher, wo der Weg sonst noch durchführen könnte.

Sich selbst neue Berufsmöglichkeiten (er)schaffen

Ein langjähriger Bank-Filialleiter kündigt seinen gut bezahlten Job und eröffnet einen Tee- und Gewürzladen; eine alleinerziehende Kellnerin und Putzfrau wird zur gefragten Immobilien-Maklerin; ein Lehrer zieht los, um die Welt zu entdecken, und leitet fortan Expeditionen in die Südsee.

Dieser Auszug aus dem Buch «aussteigen umsteigen» von Mathias Morgenthaler und Marco Zaugg, klingt wie aus einem Märchen. Das Buch stellt verschiedene Menschen vor, die neue Wege gefunden haben. Dazu braucht es sicher neue Sichtweisen und das Loslassen von alten und festgefahrenen Meinungen.

Es zeigt aber auch auf, das wir viel mehr in der Hand haben, auch wenn es uns zu wenig bewusst ist.

«Aussteigen – Umsteigen. Wege zwischen Job und Berufung.» Ein sehr empfehlenswertes Buch für Menschen, die sich berufliche neu orientieren möchten oder müssen.

«Coaching ist eine Ausbildung, die übergeordnet nützt»

Diese Aussage entstand in einem Coachinggespräch. Bei der Analyse der möglichen Wege und beruflichen Ziele, hat der Coachee auch diesen Begriff notiert. Ihm wurde dabei bewusst, dass eine Coaching-Ausbildung sowohl in der Selbstreflexion, wie im Umgang mit dem Leben allgemein und mit beruflichen Herausforderung nützt. Ein Coaching-Studiengang (siehe zum Beispiel Coachingplus.ch) dient darum vielfältig.

Er zeigt die persönlichen Stärken auf und ermöglicht mittelfristig Stabilität in der Persönlichkeit.

Mit einem Coaching-Studiengang nimmt man aktiv Einfluss auf seine beruflichen Möglichkeiten, auch wenn man später nicht hauptberuflich als Coach tätig sein wird.

Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten

Man darf sich anderen zumuten. Insbesondere ältere Mitarbeiter können auf eine jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Das ist Kompetenz, die richtig verkauft, angepasst oder ergänzt werden muss. Das ist ein Prozess, der seine Zeit dauern kann. Von durchschnittlich einem Jahr Suche ist die Rede, bis man einen neuen Job findet.

Das hingegen ist abhängig davon, worauf wir heute zugreifen können und ob wir frühzeitig verstanden haben, dass Jobsuche und Joberhaltung etwas ist, das wir dauernd pflegen müssen.

Tools dazu gibt es viele.

© Ausbildung-Tipps.ch – überarbeitet am 23.9.2019 (ar)

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Zürcher Oberland

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

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