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Was ist ein sinnvoller Beruf? Über die Sinnsuche im Job.

Die Sinnsuche gehört zu unserem Menschsein. Als denkende Wesen sehnen wir uns nach Gründen, wozu wir leben. Insbesondere in schwierigen Zeiten, wie zum Beispiel der Corona-Pandemie, machen wir uns mehr Gedanken. Wo Stille ist und das Tempo nicht mehr so hoch, drängen sich grundlegende Fragen auf. «Was will ich eigentlich?» «Was ist mein Lebenssinn?»

Was erwarten wir von einem Beruf oder Job und was verstehen wir unter Sinn? Unter dem allgemeinen Begriff «Sinn des Lebens» verstehen viele, jemanden zu lieben und selbst geliebt zu werden. Ich übersetze “praktische Liebe” in die Berufswelt mit nachfolgenden sechs Punkten:

  • Gehört werden
  • Mitgestalten können
  • Im Team dabei sein
  • Perspektiven haben
  • Resultate sehen
  • Offen gelebte und konstruktive Fehlerkultur

Pflegeberufe gelten allgemein als Berufe mit Sinn

Pflegeberufe gelten allgemein als Berufe mit Sinn

Wie findet man einen Beruf / Job, der sinnstiftend ist?

Ob sich ein Beruf oder Job finden lässt, der die genannten Punkte erfüllt?

Jede Firma hat eine Kultur und ein Milieu, das mehr oder weniger sinnstiftende Aufgaben ermöglicht. Vorgesetzte und Mitarbeiter haben, wenn auch oft unbewusst, grossen Einfluss auf die Firmenkultur.

Es kann also sein, dass Veränderungen eintreten, einen negativen Einfluss nehmen und Teile unserer Arbeit plötzlich an Sinn verlieren (andere Aufgaben, andere Ausrichtung des Unternehmens, neue Mitarbeiter etc.). Den alleinigen Sinn in einer Firma oder einem Beruf zu finden, ist daher eher unwahrscheinlich. Zumindest, wenn wir unseren eigenen Beitrag unterschätzen und Sinn vor allem mit unseren Erwartungen an andere verbunden ist.

Unser eigener Beitrag zum sinnvollen Beruf / Job

Wie viel Sinn ist möglich? Anders gefragt: Wie viel Sinn können wir im Job und auch privat erwarten? Wie in vielen Situationen und Herausforderungen können wir selbst einen grossen Teil beeinflussen. Nehmen wir nochmals die aufgeführte Liste.

  • Gehört werden

    Um gehört zu werden, müssen wir selbst auch die Bereitschaft haben, andere zu hören. Die Kunst einer konstruktiven Kommunikation ist es, andern gut zuzuhören und gezielt Fragen zu stellen. Mit gezielten Fragen weckt man Aufmerksamkeit und wird vom stillen Beobachter oder vom dominanten Wortführer zum/zur aufmerksamen Mitarbeiter/in.

    Tipp: Reflektieren Sie Gespräche, wo Sie sich gehört oder nicht gehört fühlten. Vergleichen Sie beides miteinander. Was könnten die Gründe für den Unterschied sein?

    Hinweis: Es gibt verschiedene Blickwinkel. Werden sie nachvollziehbar darestellt, werden sie besser aufgenommen. «Gehört werden» geschieht nicht einfach so. Manchmal braucht es Zeit, sich auf positive Art und Weise «Gehör zu verschaffen».

  • Mitgestalten können

    Entwicklung findet dort statt, wo Ideen auf gegenseitiges Interesse stossen. Auch hier gilt, dass Mitgestalten in erster Linie eine Kommunikationsfrage ist. Gestalten bedeutet nicht nur, eigene Ideen einzubringen. Es bedeutet auch, andere verstehen zu  wollen. Statt nur sich selbst zu verwirklichen, das gemeinsame Ziel im Fokus zu behalten.

    Tipp: Versuchen Sie gezielt, andere Ideen zu verstehen und daraus zu lernen.

    Hinweis: Mitgestalten bedeutet nicht, nur an den wichtigen Terminen seine Meinung zu äussern. Mitgestalten fängt bereits beim morgendlichen Start an: Begrüssung, sozialer Austausch, Hilfsbereitschaft und hat viel mit Selbstmarketing zu tun.

  • Im Team dabei sein

    Manche Menschen fühlen sich nicht ins Team integriert. Dabei muss unterschieden werden, was man selbst und was andere empfinden. So neigen wir zum Beispiel dazu, uns selbst negativ wahrzunehmen, während unser soziales Umfeld unsere Beiträge und Meinungen mehrheitlich positiv aufnimmt.

    Tipp: Welche Punkte sind für Sie relevant, damit Sie sich integriert fühlen? Ist es ein respektvoller Umgang? Sind es Feedbacks? Kleine Aufmerksamkeiten?

    Hinweis: Feedbacks darf man sich auch einholen und Wünsche können geäussert.

Im Team dabei sein, auf seine einzigartige Weise mitgestalten können

Im Team dabei sein, auf seine einzigartige Weise mitgestalten können

  • Perspektiven haben

    Der Moment, wo man sich die Frage stellt: «Habe ich erreicht, was ich wollte?» kommt spätestens mit der Pensionierung. Vielleicht haben Sie Ihren Beruf erlernt, weil Sicherheit wichtig war oder weil sich dieser Beruf gerade ergab? Perspektiven geben unserem Berufsleben eine Richtung. Das Wissen, dass man positive Spuren hinterlassen hat, ist für die Pensionierung enorm wertvoll.

    Tipp: Perspektiven sind auf der Suche nach Sinn nicht zu unterschätzen. Nehmen Sie sich bei der Definition und der Suche bewusst Zeit.

    Hinweis: Es geht nicht darum, was andere machen. Es geht um Ihr einzigartiges Leben, dem Sie persönliche Inhalte geben können.

  • Resultate sehen

    Sehen, was man erreicht hat, gibt einem Halt. Deshalb sind messbare Ziele sehr unterstützend. Weil wir mit eigenen Augen das Resultat sehen.

    Tipp: Definieren Sie messbare Ziele, so klein sie auch sein mögen. Erreichte Ziele stärken und motivieren.

    Hinweis: Insbesondere in Berufe mit Menschen (Beratung, Coaching etc.) sind Ziele oft nicht oder nur schwer messbar.

  • Offen gelebte und konstruktive Fehlerkultur

    Fehler scheinen meist sinnlos. Schaut man jedoch genauer hin, bieten sie eine grosse Fundgrube an Learnings. Auch wenn sie wehtun und schambesetzt sind.

    Tipp: Eine positive Fehlerkultur sucht nicht Schuldige, sondern neue Lösungsansätze.

    Hinweis: Fehler sollten immer im Fokus der Ziele eines Unternehmens beurteilt werden. Ziel ist es, ein Unternehmen mit seinen Fähigkeiten zu stützen und zu fördern.

Denn Sinn des Lebens definieren

Manchmal kann Sinn in Beruf und Leben in ganz praktischen Dingen liegen. Beispielsweise in der Dankbarkeit,  leben zu dürfen, und das zu einem grossen Teil in Freiheit.

Spüren Sie eine innere Unruhe, bleiben Sie dran. So wie es die irische Gruppe U2 in einem Song auf den Punkt bringt: “I still haven’t found what I’m looking for.” Bono, Leadsänger der Gruppe, begründete den Song in Bezug auf seinen christlich orientierten Lebenssinn so:

Wer Christus gefunden habe, habe das Wichtigste gefunden. Das heisse nicht, dass alle Fragen beantwortet seien. Als Menschen verändern wir uns und mit uns unsere Fragen.

Lebenssinn-Suche ist darum eine Art Dauerauftrag.

© Ausbildung-Tipps.ch – 28.6.2020

Autor:

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch: Sinnorientiertes Coaching: Warum es sich lohnt, Sinn zu suchen

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich