Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf unser Verhalten

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Aus Glaubenssätze können Konflikte werden. Mit Selbstmanagement verhindern.

 

«Ich werde hintergangen»,

«Das ist zu viel für mich!» Jeder von uns könnte hier wohl die Liste mit weiteren Glaubenssätzen erweitern. Sie sind es, die uns, vor allem in Drucksituationen, prägen: Vor einer Prüfung, im hektischen Geschäftsalltag, bei Übermüdung. Wenn die gefühlten Anforderungen höher sind als die realistischen.

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Der Autopilot springt an. Es kommt zum Tunnelblick.

Das Ergebnis ist meist suboptimal. Der erfahrene Coach und Buchautor Urs R. Bärtschi sieht in diesen Situationen auch positive Auswirkungen. So steige zum Beispiel die Konzentration.

Was in uns abläuft

Wahrnehmung ist subjektiv. Jeder sieht sich und die Welt mit der eigenen Brille (Lebensstil). Wer den Glaubenssatz verinnerlicht hat «Ich komme zu kurz und muss mich deshalb wehren!», nimmt hauptsächlich wahr, was zu seinen Überzeugungen passt und diese bestätigt. Alles andere wird ausgeblendet. Die Fokussierung auf die einst geschehene Ungerechtigkeit steht im Vordergrund. Man ist überzeugt, der Fehler liegt zu 100 Prozent beim Gegenüber. Man fühlt sich unverstanden.

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Die eigene Sicht kann dabei oft «in Stein gemeisselt sein».

Das ist im Grunde genommen menschlich. Je nach Konflikt-Situation und je nachdem, wie man sich abgrenzen kann, beschäftig einen das Erlebte noch im Nachhinein. Es bleiben unangenehme Gefühle im Sinn von hartnäckigem «psychischen Muskelkater» zurück.

Was wir ändern können

In dem Moment, wo wir so richtig in Fahrt kommen, wird unser «Bremsweg» immer länger. Der Frust muss raus, Ungerechtigkeit oder Not können nicht einfach links liegen gelassen werden. Je nach Beziehung zu den Mitmenschen können diese einen «auffangen» und uns helfen, die Richtung etwas zu korrigieren. Oder sie argumentieren uns noch weiter in unseren Sumpf hinein, weil sie vielleicht ihrerseits aus ihren Glaubenssätzen heraus reagieren. Die andere Seite ist unser eigener Anteil.

Selbstcoaching!

Das kann zum Beispiel sein:

  • Auf innere Alarmsignale achten. Lernen, diese frühzeitig wahrzunehmen. Diese Signale sind bei jedem Menschen anders und die Wahrnehmung muss eingeübt werden.
  • Distanz schaffen zum Geschehen. Dazu braucht es für das Gegenüber Signale, etwa, dass man sich im Moment überfordert fühlt – sich aber später meldet. Durch diese Distanzierung wird dem Autopiloten die Macht genommen. Wahlfreiheit entsteht. Entscheidungen werden aus dem nötigen Abstand gefällt.
  • Den Alltag planen, ob beruflich oder privat, damit können Stresssituationen im Vorfeld entschärft werden. Weniger ist mehr. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auf Ausgleich zum Alltagsgeschäft achten. Sich mit Vertrauenspersonen austauschen.

Bedeutung geben wir

Glaubenssätze sind darum so hartnäckig, weil sie mit unserer Erziehung, mit uns selbst zu tun haben. Wir selbst geben ihnen den Wert und die entsprechende Bedeutung in unserem Leben.

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Was wir um jeden Preis verhindern wollen, gewinnt zunehmend an Macht.

Die grösste Chance liegt darin, dass wir selbst die Saboteure erkennen und entschärfen. Gefühle als Teil der eigenen Persönlichkeit anerkennen und begrüssen. Das kann mitunter eine Herausforderung sein und seine Zeit dauern. Persönlichkeitsentwicklung geschieht nicht von heute auf morgen.

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Persönlichkeitsentwicklung geschieht immer im Zusammenhang mit anderen Menschen.

Konflikte haben darum so etwas wie einen tieferen Sinn. Wenn wir sie als Chance wahrnehmen. Wenn wir sie bewusst reflektieren. Wenn wir mit unseren Glaubenssätzen Frieden schliessen und vielleicht sogar dann und wann darüber lachen können.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

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