Ausbildung-Tipps.ch: Tipps und Checklisten rund um Beruf und Weiterbildung

Berufliche Veränderung: Gründe dafür und Ängste davor

Es gibt sie noch. Mitarbeiter, die jahrelang im gleichen Beruf und im gleichen Job zuverlässig ihre Aufgaben erledigen. Sie sind zufrieden, mit der Herausforderung und dem geregelten Tagesablauf. Wissen, was sie erwartet, das zählt. Treue Mitarbeiter sind sehr wertvoll! Sie unterstützen die Stabilität der Firma in einem guten Sinn. Und plötzlich ist eine Veränderung angesagt…

Insbesondere strukturierte MitarbeiterInnen haben Mühe mit Veränderungen. Der erfahrene Coach und Autor Urs R. Bärtschi nennt diese Mitarbeiter die «Konsequenten». Ihr oberstes Prinzip heisse ‹Perfektion›, denn ‹gut› sei nicht gut genug. Konsequente Menschen stellen ihre Qualitätsansprüche über alles. In ihrem Arbeitsalltag spielen Spass, Beziehungen und Spontaneität oft eine untergeordnete Rolle. Sie sind bereit, für die Sache ihr Bestes zu geben. (Quelle Sachbuch «Ich bin mein eigener Coach» – Urs R. Bärtschi).

Kurz: Sie sind der Inbegriff für Zuverlässigkeit.

Wir Menschen tun vieles aus verschiedenen Gründen. Die einen arbeiten sehr genau, andere lieben Beziehungen, andere möchten etwas anreissen, wieder andere das Leben einfach geniessen. Je nach Typ, je nach Ausrichtung und je nach erlerntem Lebensstil, gehen wir mit Veränderungen verschieden um.

Berufliche Veränderungen haben mit unserem persönlichen Versorgungsnetz zu tun und gehen darum ans Lebendige. Wer wöchentlich etwas über 40 Stunden in einer Firma arbeitet, identifiziert sich mit der Unternehmung. Stehen plötzlich tiefgreifende Veränderungen an, kommen vielleicht sogar Existenzängste ins Spiel.

Bei einer ungenügenden und ungenauen Kommunikation können diese Ängste die Mücke zum Elefanten machen. Ängste lassen uns zudem in alte überholte Verhaltensweisen zurückfallen.

Schauen wir genauer hin.

Berufliche Veränderung: Chance für ein ganzes Team

Berufliche Veränderung: Chance für ein ganzes Team

Berufliche Veränderung: Chance für ein ganzes Team.

Wer Angst hat, ist nicht neutral

Ängste gehören zu uns Menschen. Sie schützen uns vor unüberlegten Handlungen und verändern unsere Urteilsfähigkeit. Die Angst, etwas zu verlieren, lässt uns aufmerksam werden und reagieren. Lässt uns Kompromisse eingehen, die wir im Normalfall ablehnen würden. Jobangst ist ein Paradebeispiel. Je älter man ist, desto geringer die Chance auf einen neuen Job. Niemand wird gerne zum Sozialfall. Nur helfen uns diese Ängste nicht weiter. Sie können sehr hartnäckig sein und lassen sich nur schwer verhindern. Ausser, wir ändern unsere Sichtweise.

Der Blick hin zu unseren Stärken lässt uns ruhiger werden und steigert unser Selbstvertrauen.

Das klingt einfach. Das tut gut. Das ist im Umgang mit Veränderungen enorm wichtig. Machen Sie sich Gedanken, wo Ihre Stärken liegen und lassen Sie diese auf sich wirken. Vielleicht braucht es einen bewussten Entscheid, der mithilfe eines Coachings gelingen kann.

Der Lösungsansatz liegt in den Stärken der Mitarbeiter

Ich komme zurück auf die Konsequenten. Konsequente Menschen machen laut Bärtschi keine halben Sachen. Sie planen zielstrebig, eignen sich die notwendige Fachkompetenz an und überzeugen durch Beharrlichkeit. Sie sind Meister der effizienten Organisation, bleiben stets konzentriert und geben sich mit Erreichtem selten zufrieden. Dieses Beispiel zeigt: Stärken und Herausforderungen liegen nahe beieinander. Selten zufrieden sein, treibt fachlich an. Kann aber zum Beispiel ein Projekt verlangsamen.Finden konsequente Menschen ein optimales Umfeld, können sie ihre Stärken ideal ausleben. Das gilt für alle Menschen.

Optimal heiss: Tragen und getragen werden. Ergänzen und ergänzt werden.

Gemeinsam unterwegs sein zum Ziel. Dreamteam! Damit ist nicht die perfekte Harmonie gemeint. Im Gegenteil: Menschen, die Fehler machen (dürfen), dazu stehen, daraus lernen und ihre Stärken konsequent einsetzen. Mit dieser Sichtweise, mit diesen Voraussetzungen verlieren Ängste ihre Wirkung – sofern sie überhaupt noch wahrgenommen werden.

© Ausbilung-Tipps.ch, überarbeitet am 15.11.2019 (ar)

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich