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Eine Umschulung ist eine Aus- oder Weiterbildung, bei der man einen neuen Beruf erlernt oder die Qualifikation für eine neue Tätigkeit in einem neuen Berufsfeld erwirbt. Die Umschulenden können im Falle einer Umschulung bereits über Berufserfahrung in einem Erstberuf und mit fortgeschrittenem Alter auch über eine grössere Lebenserfahrung zurückgreifen. Dadurch kann die Umschulung üblicherweise in einer kürzeren Zeit absolviert werden als eine normale berufliche Erstausbildung.

«Ü-50: Mythos Abstellgleis» tituliert der Tagesanzeiger seinen Blog vom 27. März 2017 (Autorin Aniela Wirz). Es ist ein Versuch, ein Vorurteil gegenüber einer grossen Problematik abzubauen. Der Blick auf die Kommentare zeigt dann auch, dass es bei einem Versuch geblieben ist. Nahezu alle Kommentar-Schreibenden kritisieren den fehlenden Praxisbezug.

«Das Coaching-Siegel ist ein teures Muster ohne Wert» titelt die Welt in ihrem Artikel vom 15.3.2014. Sie spricht damit ein Problem an, das nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Denn viele Anbieter einer Ausbildung und aktive «Coachs» sprechen von Coaching, auch wenn sie etwas völlig anderes meinen. Wie man sich als neutraler Interessent informieren kann und auf was man achten muss.

Ausgangslage

«In den 80er-Jahren wurde das Coaching-Konzept vom Sport auch aufs Berufsleben übertragen. Doch die Methoden der Coaches sind teilweise fragwürdig.» Der Artikel von die Welt.de spricht Gefahren eines sich in der Entwicklung befindenden Berufes deutlich an. Giesskannenprinzip statt klares Profil. Doch der Reihe nach.

Coaching wurde vom amerikanischen Tennisspieler Timothy Gallwey erfunden. Seine Erkenntnis, dass der Gegner im eigenen Kopf stärker ist, als derjenige auf der anderen Seite des Netzes, hat er im Bestseller «Tennis – Das innere Spiel» zu Buche gebracht. Das war in den 1970er Jahren. Inzwischen hat sich Coaching einen Weg nicht nur in neue Branchen, sondern auch von oberen Hierarchien in tiefere geschaffen. Von Sport zum allgemeinen Business – bis hin zu Lebensfragen.

Tennis, der Ursprung von Coaching

Tennis: Aufschlag zu anderen Denkweisen

Ziel von Coaching ist: Der Ratsuchende wird im Coachingprozess begleitet, kann sich entwickeln und eigene Wege finden. Soweit, so gut.

«The Work» lockt mit dem Heilsversprechen, dass sich alle Probleme – inklusive Krebserkrankung und sexueller Missbrauch – in Luft auflösen, wenn wir nur unsere Gedanken umprogrammieren. (Quelle: Die Welt – «Das Coaching-Siegel ist ein teures Muster ohne Wert»)

Heilsversprechen, Krebserkrankungen und sexueller Missbrauch. Dem seriösen Coach werden hier vermutlich die Haare zu Berge stehen. Denn von Heilungsversprechen ist nie die Rede in einer seriösen Coaching-Ausbildung. Hingegen kann der Umgang mit Herausforderungen gefördert werden, wenn es sich um psychisch gesunde Menschen handelt. Ist dies nicht der Fall, braucht es einen Psychologen oder Psychiater, oder einen Coach mit psychologischer Ausbildung.

Was tut ein Coach genau?

«Aufgabe des Coaches ist es, Fragen zu stellen, um zu verstehen. Wie das Vis-à-vis denkt und fühlt, ist die Ausgangslage. Wahrhaft beziehungsfördernde Fragen sind von einer wertschätzenden, einfühlsamen und die Augenhöhe respektierenden Grundhaltung getragen.» Urs R. Bärtschi, Autor von «Ich bin mein eigener Coach» und langjähriger Coach-Ausbildner – im Artikel «Drei Gewohnheiten, die Sie zu einem besseren Coach machen»

Ein Coach übernimmt die Prozessverantwortung und stellt Fragen, die beim Coachee einen Denkprozess auslösen und ihn/sie weiterführen. Es geht in Coachingesprächen um den Umgang mit Lebenssituationen, wie mit beruflichen Herausforderungen. Der Coach stellt die Sicht von aussen dar, die Betriebsblindheit verhindert. Die festgefahrene Sichtweisen in Frage stellt. Es ist ein gemeinsames Suchen nach Wegen, die nächste Schritte ermöglichen. Urs R. Bärtschi zum Beispiel spricht von:

«Out of the Box»: Es ist Aufgabe des Coaches, Fragen zu stellen, die den bisherigen Denkrahmen erweitern und «sprengen». Coaching-Prozesse werden erst so richtig spannend, wenn der Kunde «über etwas nachdenkt, das er sich noch nicht überlegt hat».

In Deutschland gebe es über 300 Coaching-Ausbildungen, von der Vermittlung esoterischer Methoden bis zum Training fundierter Beratungsmethoden, schreibt Welt.de weiter. Viele davon seien nicht wissenschaftlich fundiert und darum auch nicht besonders glaubwürdig. NLP Coaching zum Beispiel wird sehr stark in Frage gestellt:

Darunter versteht man eine Sammlung von Kommunikationstechniken, die verspricht, die psychischen Muster eines Menschen, die durch die Interaktion zwischen dem Gehirn (Neuro) und der Sprache (linguistisch) entstanden sind, so zu verändern (Programmieren), dass sich die Person effektiver verhält. (Die Welt)

Dem gegenüber steht Forschung, die bewiesen hat, dass so etwas nicht funktioniert. Die Stiftung Warentest in Deutschland bevorzugt Coaching Ausbildungen, die mindestens 12 Monate dauern.

Inhaltlich sollten unter anderem Rollenkonzepte, psychologische Themen und auch die persönliche Kompetenz ein Thema sein. Zudem müssen die angehenden Coaches Formen von Unternehmen und Organisationen kennen und in Rollenspielen auf die Coaching-Situationen vorbereitet werden.

Was heisst «wissenschaftlich fundiert»?

Als Kritikpunkt an Coaching Ausbildungen wird oft bemängelt, dass die Methoden nicht wissenschaftlich fundiert sind. Was heisst das? Aus der Fülle an Infos im Internet scheint mir die folgende Begründung am meisten zu überzeugen:

Es geht um die Beweisbarkeit in der Praxis aufgrund genau getesteter Verfahren.

An sich überzeugend, wenn man dabei berücksichtigt, dass die Psyche eines Menschen nicht mit dessen Knochen, also mit Hardware verglichen werden kann, sondern dass es bei der Psyche verschiedene Auswirkungen geben kann, da sie von Erfahrungen geprägt ist, die zu unterschiedlichen Handlungsweisen bei Verfahren und Tests führen können. Nichts Greifbares also.

Denkprozesse und Handlen auslösen, das uns vieles andere lernt man an einer Coching Ausbildung.

Wie fundiert ist Coaching mit seinen Auswirkungen?

Und jetzt? Zurück zum Kern einer Coaching Ausbildung

Timothy Gallwey zeigt in seinem Buch «wie wir körperliche Leistung und Psyche in Einklang bringen und unsere Ressourcen optimal nutzen können».

Leistung, Psyche und Ressourcen nutzen, das sind die Grundpfeiler von Coaching.

Wie der Ratsuchende mit diesen drei Punkten umgeht und welchen Weg er wählen will, das herauszufinden, ist das Ziel von Coaching. Darauf müssen auch die Ausbildungen ausgerichtet sein.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

Soll bei der Bildung gespart werden?

Diese Frage stellt sich nur, wenn man deren Nutzen nicht erkennt. Eine kleine Analyse.

«Bildung ist das, was übrigbleibt, wenn der letzte Dollar weg ist.» (Mark Twain)

Der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain bringt es mit seinem Zitat auf den Punkt: Bildung hat wichtige Vorteile!

  • Bildung fördert sinnvolles Verhalten in Krisensituationen.
  • Bildung vermittelt das Erkennen von Zusammenhängen und hilft, Dinge besser einordnen zu können. Die Folge sind andere, zum Beispiel gezieltere oder besonnenere Aktionen und Reaktionen.
  • Bildung steigert das Selbstvertrauen und kann somit innere Blockaden lösen helfen.
  • Dank Bildung vermehrt sich unser Wissen, was gleichzeitig neue Wege aufdecken und Fehlerquoten senken kann.
  • Bildung ist ein Türöffner für Beruf und Job. Sie ist eine Visitenkarte und schafft Aufmerksamkeit.
  • Gelebte Bildung dient der ganzen Gesellschaft.
  • Bildung ermöglicht Innovation, schafft neue Berufsmöglichkeiten und ermöglicht eine breitere Abdeckung.

«Sparen bei der Bildung»

ist ein Titel, der mir immer wieder in Pressemeldungen auffällt. Dieses Thema löst bei mir jeweils gewisse Fragen aus. Welche Überlegungen stehen hinter solchen Sparaktivitäten? Ich sehe darin zwei mögliche Gründe:

  1. Bildung hat bisher nicht den erwünschten Effekt gehabt. Es wurden keine oder nicht messbare Ziele definiert.
  2. Die finanzielle Situation erfordert eine Kürzung von Budgets, die sich nicht verhindern lässt.

Wie kann man Bildung messen?

Letztendlich investieren wir selbst, Firmen oder sogar der Staat in die Bildung. Um damit die Gesellschaft zu fördern und den aktuellen Lebensstandard zu erhalten. Wann also wird erfolgreich in Bildung investiert? Wohl am ehesten, wenn Studierende, Schüler oder Arbeitnehmer nach dem Abschluss in eine entsprechende Stellung kommen. Nur ist dies nicht garantiert. Es braucht gewisse Voraussetzungen, um auch Herausforderungen meistern zu können.

Faktoren wie:

  • vorhandene Finanzen,
  • Bereitschaft seitens der Vorgesetzten, neue Wege zu gehen,
  • Bereitschaft seitens des Marktes, neue Angebote zu testen,
  • Ausdauer und Durchsetzungsvermögen des ausgebildeten Mitarbeiters, um Erlerntes einzubringen,
  • Fluktuation, Abwerbung durch Mitbewerber,
  • Veränderungen der Wirtschaftslage,

können einen grossen Einfluss auf die Ergebnisse einer Aus- oder Weiterbildung haben.

Aus- und Weiterbildung vorbereiten

Wer sich auf eine Aus- oder Weiterbildung einlässt, sollte sich im Vorfeld Gedanken über die mögliche Umsetzung machen und gezielt planen.

  • Wie will ich Karriere machen?
  • Welche Möglichkeiten bieten sich nach der Ausbildung bei der bestehenden Unternehmung, welche im Markt? Ist berufliche Selbstständigkeit ein Thema?
  • Konsequenz-Analyse: Aufwand und Ertrag, sowohl im finanziellen, wie auch im persönlichen und sozialen Bereich erfassen.
  • Planen Sie mittel- und langfristig. Veränderung und Aufbau brauchen Zeit.

Was selbst bezahlt wird, steigert das eigene Interesse

Ein provokativer Satz. Trotzdem ist an Seminaren sofort spürbar, bei wem der Arbeitgeber bezahlt und wo das eigene Ersparte investiert wird. Letzteres hat ein intensives Teilnehmen am Stoff zur Folge. Man ist sich bewusst, dass Wissen und Bildung ein Türöffner sein kann und man sich auch selbst investieren muss. Betroffenheit hat immer Auswirkungen. Man ist sich selbst lieb, was man aus einer Aus- und Weiterbildung macht …

Wo hört Bildung auf?

Dort, wo wir selbst den Punkt setzen. Nutzen und Erfolg von Bildung hängt nicht allein vom Schulungsanbieter oder Arbeitgeber ab, sondern davon, ob wir als Teilnehmer die Umsetzung des erlernten Wissens selbst vorantreiben. Ein entscheidend wichtiger Punkt dabei kann die Begleitung durch einen Coach sein. Einerseits entstehen so Kosten. Andererseits werden die Wahrscheinlichkeit, das Ziel zu erreichen und die Qualität des Berufsweges bewusst beeinflusst. Wissen kann gewinnbringend umgesetzt werden.

Zukunft vorbereiten kostet Geld. Nichts tun auch. Bei ersterem kann man allerdings mehr Einfluss nehmen.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

Sie möchten als Quereinsteiger in einen neuen Beruf einsteigen? Hier ein paar Linktipps zu entsprechenden Berufsbildern, bzw. weiterführenden Informationen.