Schlagwortarchiv für: Burnout Symptome

 

Es lässt sich nicht verdrängen:

«Ein Drittel der Lehrer steht vor einem Burnout» (20min.ch), «Erschöpfung am Arbeitsplatz – Hunderttausende sind Burnout-gefährdet» (NZZ.ch), «Das war meine Rettung: ‚Der Burn-out war ein Totalcrash‘» (ZEIT ONLINE), «Ottmar Hitzfeld hatte 2004 fast ein Burnout» (Spiegel online) –

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die Meldungen in den Medien über die latente Gefahr von Burn-out nehmen zu.

Kein Wunder: Die Anforderungen der Wirtschaft, aber auch unsere eigenen, werden immer höher.

Ich vor 20 Jahren

Was habe ich vor 20 Jahren genau gemacht? Also. Damals, 1994, habe ich als Verlagsleiter bei einem Kinderkassetten-Verlag gearbeitet. Haupttätigkeiten: Telefonverkauf, Bestellungen erfassen, Prospekte und Produktionen planen, verpacken und ausliefern. Am Abend war dann Familie angesagt. Der Tagesablauf war greifbar, geordnet – selten mit Überraschungen.

Ich heute

Ich bin seit über 10 Jahren selbstständig Erwerbender im Bereich Online-Marketing und Coaching. In den letzten 20 Jahren habe ich noch einige zusätzliche Weiterbildungen absolviert. Meine Aufgaben sind vielfältiger geworden. Mit dem Bereich Online-Marketing arbeite ich auf einem Gebiet, das sich fast täglich ändert. Mit dem Bereich Coaching spreche ich Menschen an, die online sehr affin sind und Fragen haben, wie sie Teile aus ihrem Leben wieder auf die Reihe kriegen, oder sich neu orientieren können.

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Oft ist die ständige Erreichbarkeit, der Umgang mit Druck und Erwartungen in meinem sozialen Umfeld ein wichtiges Thema.

In meinem heutigen Tagesablauf muss ich sehr flexibel sein. Das im Alter von 50 Jahren. Das hält jung. Das kann dann und wann auch stressen. Datenverarbeitung, Gespräche, planen, umsetzen, kontrollieren. Immer schneller, immer mehr, immer besser. Am Abend ist Familie angesagt. Als Ausgleich lese ich viel und gehe mit dem Hund spazieren.

Die Diskrepanz

Spontan würde ich sagen, pro Stunde setze ich mehr Arbeitshandlungen um, als noch vor 20 Jahren. Ich denke bilateraler und muss beweglicher sein. Oft nehme ich Arbeit mit nach Hause, wobei dies nicht physischer Art ist. Das ist längst nicht mehr nötig, weil man von überall her auf den Server im Geschäft zugreifen kann. Unterschwellig arbeitet es immer in mir… Arbeit, Beruf und Freizeit werden vermischt. Daraus schliesse ich, dass die Burn-out-Falle zwei konkrete Gesichter hat:

  • 24 h Erreichbarkeit
  • Immer höhere und leider immer mehr unrealistischere Ziele

24 h Erreichbarkeit

Während früher Abgrenzung einfacher geschah, muss man sie heute bewusst einplanen! Ich habe mich entschlossen, zwischen 17 und 18 h den Arbeitstag abzuschliessen. Am Samstag und Sonntag arbeite ich äusserst selten. Das braucht gerade als Selbstständiger Mut. Dahinter steckt eine einfache Überlegung:

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Nur wenn Körper und Geist wirklich ausgeruht sind, kann ich während der Arbeitszeit qualitativ und quantitativ gute Arbeit leisten.

Dieses Abschalten ermöglicht mir, neue Kraft zu tanken, damit ich im Endeffekt auch bessere Arbeit leisten kann. In dem Sinn erhalten meine Kunden eine bessere Arbeitsleistung, als wenn ich rund um die Uhr anpacken würde.

Immer höhere und immer mehr unrealistischere Ziele

Mir fällt auf, dass Unternehmensziele oft sehr hoch sind. Auch an Schulungen werden oft Beispiele von Firmen wie Red Bull oder Coca Cola genannt, die mit Millionen Werbebudgets arbeiten. Gerade für KMU sind solche Vergleiche entmutigend. Im Bereich des Onlinemarketings wurden und werden laufend neue Tools entwickelt. Nicht selten kommt es vor, dass Firmeninhabern von Vertretern gesagt wird «Wenn Sie nicht dabei sind, sind Sie in zwei Jahren weg vom Fenster» – das Paradebeispiel ist Facebook. Je unrealistischer ein Ziel, desto höher der Druck auf die Mitarbeiter. Nicht jeder Mensch kann unter Druck mehr leisten.

«Wollen schon, können aber nicht!»

Die oben aufgeführten Faktoren sind längstens bekannt und doch werden sie immer noch sträflich missachtet. Unsere Anforderungen haben uns selbst überholt. Sie lähmen uns. «Wollen schon, können aber nicht!», ist eine Aussage von Menschen, die für ihre Work Life Balance ein Coaching beanspruchen.

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Dauerdruck führt zu Überdruck. Genau betrachtet schaden wir uns selbst. Mittel- und langfristig. Irgendwann kommt die Quittung. Immer früher als später.

Der Körper ist derjenige, der bei den Zielsetzungen nicht gefragt wird, der aber von Natur aus klare Grenzen hat.

Wir müssen uns bewusst sein, dass:

  • zur Leistung auch Erholung gehört.
  • Erfolg nur dann erreicht werden kann und motivierend wirkt, wenn die Ziele realistisch sind.
  • Der Mensch ein Teil einer Gesellschaft ist. Ein kranker Körper kostet! Von einem gesunden, profitieren alle: die Wirtschaft und wir selbst.
  • Einen kranken Mitarbeiter zu ersetzen, wesentlich mehr kostet, als ihn zu motivieren, was mehr Leistung zur Folge hat.

Manchmal muss man innehalten und ausbrechen

Gewehr bei Fuss. Anhalten. Innehalten. Das lohnt sich auch für Firmen. Einen externen Coach holen, eine Situationsanalyse durchführen, wie hoch der Grad der Überlastung von Mitarbeitern ist.

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Frühzeitig investieren, frühzeitig handeln – Gefahr einschränken und Zukunft positiv gestalten.

Das braucht Mut. Doch haben wir eine andere Wahl? Die Zahlen in Sachen Burn-out gefährdete Menschen jedenfalls, sprechen für sich.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

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Problem der Lebensbewältigung. Die Psychologie erklärt den Diagnosebegriff Burnout als wissenschaftlich untauglich. Das bei Psychologen übliche Diagnosemanual ICD-10 etwa, führt das Burnout-Syndrom als «Problem der Lebensbewältigung» und nicht als Krankheitsbild auf. Zu schwammig ist das inflationär gebrauchte Modewort; jeder versteht etwas anderes darunter. Rat kommt – wer hätte das gedacht? – aus der Physik.

 

Präventiv verhindern

Die Anforderungen in der Wirtschaft, Familie und Beruf nehmen stetig zu. Wer nicht konsequent eine ausgewogene Work-Life-Balance lebt, läuft in Gefahr an einem Burnout zu erkranken. Oft sind es ehrgeizige Menschen, die oft ihre Überforderung zu spät bemerken oder es nur ungern zugeben wollen.

Mögliche Burnout–Symptome beachten

Burnout ist anfangs unscheinbar und ein schleichender Prozess. Für den nervlichen Zusammenbruch braucht es oft nur noch wenige Reize. Das frühzeitige Erkennen der entsprechenden Symptomatik, spezielle Risikofaktoren und das Entwickeln von persönlichen Behandlungskonzepten, helfen ein Burnout zu verhindern.

Mögliche Warnsignale in Stichworten:

  • Versagergefühle
  • Erschöpfungszustand
  • dauernde Lustlosigkeit, Gereiztheit
  • permanente Müdigkeit, zunehmende Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • innere Leere, Gleichgültigkeit, Apathie, fehlende Motivation

Mögliche Präventivmassnahmen:

  • Sich Zeit nehmen und sich entsprechend ausruhen.
  • Lernen, von der Arbeit bewusst abzuschalten.
  • Sport, Musik, Unterhaltung, Wellness, Hobbys – alles was das Leben abwechslungsreich macht und zur Entspannung dient, neu entdecken.

Der Tag, an dem die Zeit still steht

Wer unter Dauerstress steht, hat Mühe von den Anforderungen abzuschalten. Die dauerhafte Erreichbarkeit signalisiert: «Ich bin wichtig und unersetzlich.» Dies ist jedoch ein fataler Irrtum. Es geht darum, dass jeder Mitarbeiter bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und der betriebliche Ablauf auch funktioniert, wenn Verantwortungsträger mal nicht da sind. Ein Team definiert sich über das Miteinander und nicht über gegenseitige Abhängigkeiten, die als Machtinstrument missbraucht werden. Leistungsträger brauchen darum Mut, anderen zu vertrauen, Verantwortung zu übergeben.

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Sie können dies einüben, in dem sie Tage einzuführen, an denen sie bewusst nicht erreichbar sind.

Sich die nötige Entspannung gönnen – Tage, «an denen die Zeit für sie still steht». Ist der Vorgesetzte mal längere Zeit weg, kann er sich entspannen, weil er einen Mitarbeiterstab im Hintergrund weiss, der auch ohne ihn den «Laden schmeisst» …

Entscheidend wichtig ist, dass allfällige Burnout-Symptome sehr ernst genommen werden. Zudem empfiehlt sich, auf jeden Fall bei ersten Symptomen eine Fachperson beizuziehen.

Autor: GPI®-Coach, Andreas Räber

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Mehr über Andreas Räber erfahren Sie auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch und Andreas-Räber.ch

 

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