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Burnout: Mit 40 hatte er seine Zukunft schon hinter sich

Problem der Lebensbewältigung. Die Psychologie erklärt den Diagnosebegriff Burnout als wissenschaftlich untauglich. Das bei Psychologen übliche Diagnosemanual ICD-10 etwa, führt das Burnout-Syndrom als «Problem der Lebensbewältigung» und nicht als Krankheitsbild auf. Zu schwammig ist das inflationär gebrauchte Modewort; jeder versteht etwas anderes darunter. Rat kommt – wer hätte das gedacht? – aus der Physik.

Die Kernphysik erklärt um was es bei einem Burnout geht

Die Kernphysiker kennen den Begriff «Burnout» als eine exakte Beschreibung eines Vorgangs, der dann eintritt, wenn Kernbrennstäbe aufgrund zu hoher Hitzeentwicklung durchbrennen. Dasselbe Phänomen haben unzählige Menschen (in Deutschland spricht man von rund 9 Millionen Fällen!) am eigenen Körper, oder besser: an der eigenen Seele erlebt.

Innere Begeisterung und äusserer Druck erhitzen die eigene Psyche so stark und so lange bis die «inneren Kernbrennstäbe» durchbrennen.

Aus. Nichts geht mehr. Ständige Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gewichtszunahme, Schlafstörungen machen sich breit, sie lähmen und zerstören. Beziehungen leiden, das Selbstvertrauen ist dahin. Zudem kostet das Burnout-Syndrom den Staat jährlich Millionen. Doch Geld ist dabei noch das kleinste Problem.

Burnout ein Produkt unserer Vergangenheit, das die Gewart prägt und die Zukunft bremst.

Burnout ein Produkt unserer Vergangenheit, das die Gewart prägt und die Zukunft bremst.

Für immer geschädigt

Unser Körper vermag Gewaltiges zu leisten.

Der Mensch ist dafür gemacht, in Extremsituationen über sich hinauszuwachsen und dabei eine Menge Druck auszuhalten. Jedoch nicht über längere Zeit!

Wenn wir unsere Grenzen – unsere physischen und psychischen Limits – über Monate und Jahre hinweg nicht beachten und ihnen sozusagen die kalte Schulter zeigen, rächt sich das irgendwann brutal. Denn der Leidensweg eines Burnout-Kranken ist lang und schwer. Die Folge eines Burnouts sind nicht bloss ein paar Wochen Freistellung und Erholung in den Bergen. Nein, eine richtige Erschöpfungsdepression schädigt den Körper nachhaltig. Das Leben nach einem Burnout ist nie wieder dasselbe.

Mutiges Ja zum Ich

Schuldige sind schnell gefunden: Die Leistungsgesellschaft, die Wachstumsmaxime, die zu grosse Verantwortung, das schlechte Arbeitsklima und private Probleme. Doch schlussendlich trägt jeder die Verantwortung für seine Gesundheit selbst. Es gibt immer die Möglichkeit kürzer zu treten, Stellenprozente zu reduzieren oder schlimmstenfalls den Job zu künden. Hier ist Mut gefragt.

Mut zur Konsequenz, Mut zum eigenen Ich zu stehen.

Wir müssen uns der Verantwortung gegenüber unserem Ich wieder neu bewusst werden und handeln – bevor es zu spät ist. Denn jedes Burn-Out ist eines zuviel.

Zu sich stehen können, ist ein lohnendes Investment in die Zukunft!

© Ausbildung-Tipps.ch – überarbeitet am 12.12.2019 (ar)

Fünf Fragen für die eigene Reflektion. Denn ein Burnout muss nicht sein …

Die fünf nachfolgenden Fragen sollen Ihnen helfen, die eigene Reflexion zu steigern und sie bei der Burnout-Prävention unterstützen.

Hinhören und bewusst überprüfen. Gute Freunde meinen es gut mit einem. Evtl. hilft auch ein Gespräch mit einem Coach.

Wir Menschen sind Weltmeister, wenn es darum geht, gewisse Dinge zu verdrängen. Wir finden immer Ausreden. Hinsehen kann schmerzlich sein, ist aber auch heilend.

Wenn wir uns ein Auto, eine Kamera, ein Haus etc., dann ist für uns klar, dass wir all diese Dinge pflegen. Nur so können sie uns nützen und bleiben uns lange erhalten. Auch unser Körper und unsere Psyche brauchen Pflege. Wenn wir in unserem Trott bleiben, verändert sich nichts. Weder zu Hause noch am Arbeitsplatz. Veränderung geschieht am ersten durch Ehrlichkeit. Zu sich und seinen Grenzen stehen können.

Schnell noch ein Kaffee, oder einen Energiedrink nehmen und schon sind wir wieder leistungsfähig. Beides ist wie ein Kredit, den wir zurückzahlen müssen. Besser und vor allem auch nachhaltiger ist, regelmässige Bewegung und frische Luft. Fangen Sie mit kleinen, dafür machbaren Schritten an. Zum Beispiel eine Tramstation früher aussteigen und den Rest zu Fuss gehen. Dann langsam steigern.

Wenn wir mitten im stressigen Berufsalltag drin sind, besteht die Gefahr, dass wir gefühlsloser werden. Manchmal weichen wir auch bewusst in den Stress aus und flüchten vor Tatsachen. Wir haben Angst vor Gefühlen und Emotionen. Doch diese sind sehr wichtig und werden bleiben, wenn wir nicht bereit sind hinzuschauen. Kreative Aktivitäten sind sehr wichtig. Diese helfen für den Menschen wichtige Gefühle wieder neu zu aktivieren.

Autor: Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Wetzikon, Kanton Zürich