Mythos und Herausforderung

Von einer beruflichen Selbstständigkeit träumen viele. Diese Vision reizt mit Freiheit, mit Eigenständigkeit, mit Einnahmen, die nur einem selbst gehören, mit Ansehen und vielem mehr. Das Image der Selbstständigkeit hat auch andere Seiten. Mehr als die üblichen 42 Stunden pro Woche arbeiten, ständige Erreichbarkeit, laufende Weiterbildung, hohe Risiken, unpopuläre Entscheidungen fällen etc. Doch aufgepasst:

Genauer hinsehen:

Wie viel wir letztendlich arbeiten und investieren, wie viel wir erreichen werden, hängt von uns selbst und von unseren Zielen ab.

Selbstständigkeit: Mythos und Herausforderung. Schauen wir genauer hin.

Option berufliche Selbstständigkeit – Mythos und Herausforderung

Der Blick auf die Statistik

Ein Blick auf die Statistik zeigt, in den letzten Jahren wurden jeweils etwas über 11‘000 Firmen pro Jahr gegründet. Diese haben zum Beispiel im Jahr 2012 13’604 Vollzeit- und 7398 Teilzeitstellen geschaffen. Laut der Statistik vom BFS sind das Baugewerbe (Unternehmen +12,8 %; Beschäftigte +16,4 %), das Gastgewerbe (+16,7 %; +10 %) sowie die «Gesundheits- und Sozialwesen» (+15,9 %; +13,3 %) die Branchen mit den meisten Unternehmensgründungen im Jahr 2012. Auch die regionalen Aspekte sind wichtig: Die Genferseeregion und Zürich, florierende Wirtschaftsmetropolen, werden für den Unternehmensstandort bevorzugt.

Warum den Schritt in die Selbstständigkeit wagen?

Unzufriedenheit im bisherigen Job, Unternehmensgründung aus einer Notsituation heraus, der Anreiz, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Das sind Gründe, die ausschlaggebend sind für diesen Schritt.

Genauer hinsehen:

Ohne Vorbereitung und ohne gezielte Planung sollte man keine berufliche Selbstständigkeit angehen.

Wer keinen Plan hat, verliert sich leicht. Verzettelung ist der Anfang des Untergangs. Wer es jedoch (gezielt) wagt, geht zwar ein Abenteuer ein, wird aber auch in der Persönlichkeitsentwicklung profitieren können. Der Spirit «Etwas ganz Besonderes im Leben zu wagen», wie «Es geschafft zu haben» ist unbeschreiblich!

Dies sind die Anforderungen

Ein Unternehmen zu führen erfordert Ausdauer, Zielorientierung, ein konsequentes Controlling der Ausgaben und Einnahmen, die Bereitschaft, (auch unpopuläre) Entscheidungen zu fällen, sowie Spannungen auszuhalten. Zu Letzterem gehören in der Selbstständigkeit insbesondere zwei Situationen, die es zu meistern gilt:

Genauer hinsehen:

Entweder man hat wenig oder man hat zu viele Aufträge.

Selbstständigkeit: Fokus auf die wichtigsten Punkte

Empfehlungen zu wichtigen Punkten

Die nachfolgende Liste zeigt die wichtigsten Punkte auf. Diese können je nach Branche, Geschäftsidee und der jeweiligen Marktsituation stark variieren.

  • Produkte und Kunden

Der Kern, um langfristig Umsatz zu generieren, sind überzeugende Produkte und zufriedene Kunden. Massnahmen, die diese beiden Faktoren sicherstellen oder fördern, haben erste Priorität. Massnahmen im Bereich Kunden können ein Newsletter sein, ein Firmenblog, Sozial Medias und anderes.

  • Administration und Buchhaltung

Gute Produkte schlechte Administration – das geht nicht. Buchhaltung, die dauernd fehlerhaft ist, kann man sich nicht leisten. Diese Aufgabe kann gut an externe Dienstleister abgeben werden. Man verhindert Betriebsblindheit und kann die Kosten am Anfang tiefer halten, als wenn schon eigene Mitarbeiter angestellt werden müssen.

  • Produktauslieferungen, Ablauf und Zuverlässigkeit

Im Bereich von Produkt-Auslieferung sollte darauf geachtet werden, dass dieser reibungslos und zuverlässig erfolgt. Es geht um den Aufbau eines guten Images und um Vertrauen. Letzteres ist für die Neukundenakquisition unersetzlich!

  • Weiterentwicklung

Stillstand ist Rückschritt. Weiterentwicklung signalisiert Ihre Bereitschaft, in die Zukunft zu gehen. Sie bieten nicht nur Produkte und Dienstleistungen an, Sie stehen für Beides aus Überzeugung ein.

  • Büroeinrichtung und Arbeitsplatzgestaltung

Es muss nicht die schönste Büroeinrichtung sein, es müssen, je nach Markt, Zielgruppe und Dienstleistung, auch nicht die besten PCs oder Produktionsmaschinen sein, aber im Kundenkontakt  muss alles überzeugen und es muss zuverlässig sein. Wer Kundenbesuche in einem Büro empfängt, das einen schlechten Eindruck hinterlässt, vermittelt Unsicherheit und ein angekratztes Image. Das hat Einfluss auf die Kundenbeziehungen und die Bestellungen!

Gefahren: Fehlende Liquiditätsplanung, fehlende Kenntnisse in der Buchhaltung

Gefahren einer Selbstständigkeit

Man will das finanzielle Risiko möglichst eingrenzen. Das ist völlig in Ordnung, wenn man dabei am richtigen Ort spart.

Die Buchhaltung kann man schon selbst machen, dadurch verliert man aber viel Kraft und Zeit, die man für wertvolle Kundenkontakte, Neukundenakquisition, Mitarbeiterführung oder Produktentwicklung einsetzen könnte (Priorität 1).

Überprüfen Sie mit externen Partnern immer die Abhängigkeiten. Zum Beispiel im Webbereich ist es wichtig, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten. Wenn die Webseite im Internet aus irgend einem Grund nicht erreichbar ist, haben Sie konkrete Ansprechpartner. Eine weitere Abhängigkeit ist der Entscheid, welches Content Management Tool (CMS) man verwendet. Ist es einmal aufgesetzt, muss man auch damit arbeiten (können). Testzugänge für diverse Tools und CMS ermöglichen einen Einblick. Diese gilt es zu nützen. Manchmal schliesst man einen Vertrag über mehrere Jahre ab.

Konkursverschleppung.ch führt folgende Punkte für ein Scheitern der Selbstständigkeit auf:

  • Buchhaltung mangelhaft oder unterlassen
  • Liquidität planen
  • Leichtsinnige Vertragsabschlüsse
  • Unverhältnismässiger Aufwand

Mehr Infos siehe Konkursverschleppung.ch.

Weitere Punkte

  • Rückmeldungen von Kunden ernst nehmen
  • Jede Reklamation ist eine Chance, einen Kunden langfristig zu halten
  • Die Konkurrenz beobachten
  • Märkte überwachen (technische Entwicklungen, Billig-Anbieter, die in den Markt eindringen u.a.)
  • Standort beobachten (Wie entwickelt sich die Stadt / das Dorf in Bezug auf Einkaufsmöglichkeiten, Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Transport, Standortmarketing?)
  • Mitarbeiter Weiterbildung sowohl im fachlichen, wie im Bereich der Sozialkompetenz
  • Liquidität laufend überwachen
  • Fixkosten in der Aufbauphase möglichst tief halten

Andreas Räber, GPI®-Coach, Bäretswil, Zürcher Oberland

Der Autor Andreas Räber ist GPI®-Coach und Inhaber der Online Marketing Agentur räber marketing & internet GmbH im zürcherischen Bäretswil. Er ist seit 2009 selbstständig und hat sich unter anderem auf das Coaching von beruflicher Selbstständigkeit spezialisiert. Mehr zum Autor finden Sie auf Andreas-Räber.ch.

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